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Kinderschutz / Europa

Menschenhandel: Zahl identifizierter Opfer seit 2015 um 44% gestiegen

Eine junge Frau hält beide Hände abwehrend vor sich
Bild: © Karel Miragaya - Fotolia.com

Die Zahl der Personen, die in Europa als Opfer von Menschenhandel identifiziert wurden, ist zwischen 2015 und 2018 um beinahe die Hälfte gestiegen. So lautet eines der Ergebnisse des jüngsten Jahresberichts der Expertengruppe des Europarates für die Bekämpfung des Menschenhandels (GRETA).

Den Angaben der Expertengruppe zufolge, welche die 47 durch das Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels gebundenen Staaten übermittelt haben, wurden 2018 15.310 Personen als Opfer von Menschenhandel identifiziert, während es 2015 noch 10.598 waren.

„Die Art der Zählung von Menschenhandelsopfern unterscheidet sich von Land zu Land, die verfügbaren Daten weisen jedoch darauf hin, dass die Zahl der Menschen, die als Opfer dieses furchtbaren Verbrechens identifiziert wurden, erheblich gestiegen ist“, so der Präsident der GRETA, Davor Derenčinović.

„Da Menschenhandel im Verborgenen abläuft und wir in zahlreichen Staaten Mängel bei der Identifizierung festgestellt haben, ist die tatsächliche Zahl der Opfer vermutlich weit größer. Die zuständigen Behörden müssen ihre Maßnahmen gegen Menschenhandel verstärken und den Opfern die Unterstützung zukommen lassen, die ihnen gesetzlich zusteht.“

In dem Bericht (13,4 MB) wird die Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels, das vor 12 Jahren in Kraft trat, durch die Vertragsstaaten untersucht. Grundlage dafür sind die Berichte der zweiten Evaluierungsrunde der GRETA. Laut dem Bericht sind die Identifizierung minderjähriger Menschenhandelsopfer und die Unterstützung, die dieser Gruppe zur Verfügung steht, die beiden größten Mängel bei der Umsetzung des Übereinkommens.

Quelle: Europarat vom 03.04.2020

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