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Kinderschutz / Kindertagesbetreuung

Kindernothilfe fordert sichere Orte und verpflichtende Kindesschutz-Konzepte

Bunte Holzfiguren, die eine Familie darstellen, stehen auf einem Tisch, im Hintergrund ist ein Haus zu sehen
Bild: © zaikina - fotolia.com

Mit Blick auf die Ergebnisse des mehrjährigen Monitorings zur Prävention sexueller Gewalt fordert die Kindernothilfe sichere Orte für Kinder und die Einführung verpflichtender Schutzkonzepte in Institutionen. Diese seien in Kitas und Schulen genauso notwendig, wie in Sportvereinen und anderen Einrichtungen. Die Kinderrechtsorganisation bietet konkrete Beratung bei der Erarbeitung und Umsetzung von Kinderschutz-Konzepten an.

Rein statistisch gesehen, ist in jeder Schulklasse mindestens ein Kind von sexueller Gewalt betroffen. „Zu oft ist systematischer Kindesschutz in Deutschland noch dem Zufall überlassen. Viele Institutionen sind überfordert und handeln erst dann, wenn sie einen Fall erlebt haben“, bestätigt Jörg Lichtenberg, Kindesschutz-Experte der Kindernothilfe. „Damit Kitas und Schulen sichere Orte für Kinder sind, brauchen wir dringend gesetzliche Regelungen und gut geschultes Personal. Schulen, Kitas, Verbände und Vereinen müssen umfassende Kindesschutz-Konzepte entwickeln und umsetzen und entsprechende Mittel dafür erhalten“, so Lichtenberg weiter.

Kitas und Schulen als sichere Orte für Kinder

Zentrales Ergebnis einer neuen Studie zur Missbrauchsprävention, die Johannes-Wilhelm Rörig, Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, in der vergangenen Woche vorgestellt hat, ist, dass eine Mehrheit der Kitas und Schulen in den letzten Jahren einzelne Maßnahmen ergriffen haben, um Kindesschutz in Institutionen zu stärken. Bei der Selbsteinschätzung, ob sie ein umfassendes Schutzkonzept hätten, stimmten aber nur 13 Prozent der Schulen und 22 Prozent der Kitas zu. Es fehle in den Institutionen häufig an Zeit, Geld und fachkundigen Partnern, wie ein umfassendes Kindesschutz-Konzept entwickelt und wirkungsvoll umgesetzt wird, sagt Lichtenberg. „Staatliche Hilfen und Interventionen im Interesse von Kindern, gab es bisher mehr oder weniger nur im familiären Umfeld. Dass Schutzkonzepte aber ein dringendes Thema für Schulen, Kitas und Sportvereine sind, liegt unter anderem daran, dass sich der Alltag vieler Kinder dorthin verlagert hat“, so Lichtenberg.

Kinderschutz-Konzepte entwickeln und wirkungsvoll umsetzen

Die Kindernothilfe ist eine der größten Kinderrechtsorganisationen in Europa. Sie bietet als erfahrener Umsetzungspartner die Möglichkeit, systematischen Schutz in Schulen, Kitas, Vereinen und Einrichtungen zu etablieren. Neben praxisbezogenen Schulungen zum Thema Schutzkonzept berät die Organisation auch konkret bei der Erarbeitung und Umsetzung eines Schutzkonzepts. www.kindernothilfe.de/schulungen.

Ausführliche Informationen zum Monitoring-Bericht des Unabhängigen Beauftragen für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und des Deutschen Jugendinstituts stehen auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung.

Quelle: Kindernothilfe e.V. vom 09.09.2019

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