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Kinderschutz

In England wächst die Sorge um Kinder und Jugendliche im Lockdown

Frau mit Mundschutz telefoniert und schaut grimmig in die Kamera
Bild: Engin Akyurt - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Auf der britischen Insel sind Kinder und Jugendliche häufig von Schulschließungen und Lockdowns betroffen, und verlieren Zugang zu ihren sozialen Netzwerken. Eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche ist die National Society for the Prevention of Cruelty to Children. Dort wächst die Sorge um junge Menschen.

Die britische Kinderschutzorganisation NSPCC (National Society for the Prevention of Cruelty to Children) teilt mit, dass Anrufe an das Hilfetelefon für Erwachsene, die sich um das Wohlergehen von Kindern in ihrer Nachbarschaft sorgen, seit Beginn des ersten Lockdowns um mehr als 50% angestiegen ist. Im Schnitt gebe es aktuell pro Tag über 30 Notrufe von Menschen, die sich Sorgen um ein Kind machen, das möglicherweise Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist. 

Das Risiko häuslicher Gewalt nimmt zu

Im Vergleich zu der Anzahl der Anrufe vor dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 ist die Zahl von April bis Dezember 2020 pro Monat im Durchschnitt um 53% gestiegen, mit besonders vielen besorgten Anrufen im November letzten Jahres.

„Das Risiko häuslicher Gewalt hat in den letzten neun Monaten zugenommen, seit Familien unter starkem Druck und hinter verschlossenen Türen leben,“ sagt Anna Edmundson, NSPCC-Vertreterin. Kinder, die unter häuslicher Gewalt leiden, können langfristig physische und psychischen Schäden davontragen, die sie bis in das Erwachsenenalter begleiten. Deshalb sei es besonders wichtig, dass betroffene Kinder nicht allein gelassen werden, sondern Zugang zu Hilfen vor Ort erhielten.

Auch das Sorgentelefon für Kinder nahm mehr Anrufe entgegen

Parallel ist ebenfalls die Anzahl der Anrufe von Kindern unter 11 Jahren an das Sorgentelefon für Kinder „Childline“ zwischen April und Dezember 2020 um 16% gestiegen. In diesen Telefonaten ging es häufig um Einsamkeit, Niedergeschlagenheit, Depressionen und Ängste der Kinder.

Zum Hintergrund

NSPCC (National Society for the Prevention of Cruelty to Children) ist eine der ältesten britischen Kinderhilfsorganisationen und wurde bereits 1884 gegründet. Unter anderem betreibt NSPCC mit „Childline“ das britische Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche sowie weitere Hilfetelefone für Erwachsene, die sich um Kinder sorgen.

Quelle: National Society for the Prevention of Cruelty to Children, 13.01.2021 und 25.01.2021

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