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Kinderschutz / Gender

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: Zahl der Beratungen steigt erneut

Eine Frau sitzt traurig auf dem Boden und schaut mit gerunzelter Stirn nach unten und rauft sich die Haare.
Bild: © Antonioguillem - fotolia.com

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ zählte im Jahr 2018 rund 42.000 Beratungskontakte. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr, die Anzahl der Beratungen steigt damit zum fünften Mal in Folge. In 59 Prozent der Fälle ist Häusliche Gewalt der Anlass für ein Beratungsgespräch. Mit der Social-Media-Aktion „Sicher Dir Hilfe“ sollen noch mehr Betroffene auf das Beratungsangebot des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam gemacht werden.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ veröffentlicht am 24. Juni 2019 seinen sechsten Jahresbericht. Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Die Zahlen zeigen, immer mehr Frauen trauen sich, den ersten Schritt aus der Gewalt zu gehen. Das ist ein gutes Zeichen und belegt, dass wir mit dem Hilfetelefon ‚Gewalt gegen Frauen‘ Betroffene immer besser erreichen und dieses Angebot auch angenommen wird.“

In 59 Prozent der Fälle war Häusliche Gewalt der Anlass für ein Beratungsgespräch. Neben der Unterstützung in akuten Krisensituationen, informieren die Beraterinnen zu allen Fragen rund um Gewalt gegen Frauen und vermitteln Betroffene auf Wunsch auch an Beratungsstellen vor Ort. Knapp die Hälfte aller Beratungen mündete 2018 in einer Weitervermittlung: Am häufigsten wurde an Beratungsstellen für Frauen und Mädchen sowie an Frauenhäuser vermittelt.

Meiste Beratungen wegen häuslicher Gewalt

Die Zahl der Online-Beratungen stieg auch wie in den vergangenen Jahren weiter an. So liegt die Nutzung des Hilfetelefonangebots per E-Mail und Sofort-Chat nun bei rund 12 Prozent. Am häufigsten wurde der Sofort-Chat genutzt. „Egal ob per Telefon, über die Online-Beratung, in Leichter Sprache oder mit Hilfe einer Dolmetscherin: Das Hilfetelefon ermöglicht allen Betroffenen einen Zugang zum Beratungsangebot“, unterstreicht Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Der Anteil der Beratungen mit Dolmetscherin blieb verglichen mit 2017 konstant. Die Beraterinnen können innerhalb von 60 Sekunden eine Dolmetscherin in einer von 17 Fremdsprachen hinzuschalten. Am häufigsten wurde in den Sprachen Arabisch, Farsi/Dari und Russisch beraten.

Start der Online-Aktion „Sicher Dir Hilfe!“

Um noch mehr Betroffene auf das Beratungsangebot des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam zu machen, startet Schirmherrin Bundesministerin Dr. Franziska Giffey die Online-Aktion „Sicher Dir Hilfe“. „Unser Ziel ist es, dass die Nummer des Hilfetelefons ‚Gewalt gegen Frauen‘ in so vielen Adressbüchern wie möglich gespeichert wird. Egal ob man selbst betroffen ist, die beste Freundin oder eine Patientin: Die Nummer sollte immer griffbereit sein“, so Giffey. Ausführlichere Informationen zur Mitmachaktion finden sich unter: www.hilfetelefon.de/sicherdirhilfe.

Die Aktion läuft vom 24. Juni bis zum 1. Juli auf Facebook und Twitter und soll mit dem Hashtag #sicherdirhilfe weite Verbreitung finden.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de über den Termin- und Sofort-Chat sowie per E-Mail erreichbar. Mehr als 80 qualifizierte Beraterinnen informieren und beraten gewaltbetroffene Frauen, Personen aus dem sozialen Umfeld und Fachkräfte – kostenlos, anonym und vertraulich, in 17 Fremdsprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache. Knapp 185.000-mal unterstützen die Beraterinnen seit der Gründung des bundesweiten Angebotes im Jahr 2013 gewaltbetroffene Frauen, Personen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt. Der vollständige Jahresbericht (PDF 5,2 MB) steht als Download beim Hilfetelefon online zur Verfügung.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 24.06.2019