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Kinderschutz

"Heiraten ist kein Kinderspiel" - Kampagne der Stiftung Weltbevölkerung gegen Kinderehen

Ein Mädchen sitzt auf einem Stein
Bild: SplitShire / pixabay.com

Mit einer fiktiven Hochzeitseinladung macht die Stiftung Weltbevölkerung auf die Problematik von Kinderehen aufmerksam. Ein Fax-Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel soll die Einführung und Durchsetzung von Gesetzen vorantreiben.

Jedes Jahr werden weltweit 15 Millionen Mädchen verheiratet, bevor sie volljährig sind - das entspricht einer Kinderehe alle zwei Sekunden. Viele Mädchen sind noch nicht einmal 15 Jahre alt. Die Stiftung Weltbevölkerung startete daher die Kampagne "Heiraten ist kein Kinderspiel" und verschickte hunderte Einladungen zur fingierten Trauung von Michael und Anna.

Die "Hochzeitswebseite" www.heiraten-ist-kein-kinderspiel.de kommt zunächst wie eine klassische Online-Einladung daher - inklusive Link zum Amazon-Geschenktisch. Doch der aufmerksame Leser bemerkt alsbald: Michael hat bei Annas Eltern um ihre Hand angehalten, ohne dass sie davon wusste. Und unter den Geschenkwünschen finden sich Spielsachen. Je weiter der Nutzer auf der Kampagnenwebseite herunterscrollt, desto mehr entfaltet sich die Problematik von Kinderehen.

"Eine frühe und ungewollte Heirat beraubt Mädchen und junge Frauen in Entwicklungsländern ihrer grundlegenden Rechte", betont Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. "Wenn Mädchen verheiratet werden, müssen sie oft die Schule abbrechen, sie können keine Ausbildung machen und nicht selbst über ihr Leben entscheiden. Viele Mädchen werden bald nach der Heirat schwanger, was in dem jungen Alter lebensgefährlich sein kann. An diesem Missstand hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert, da die internationale Gemeinschaft nicht genug getan hat. Das muss sich dringend ändern! Wir appellieren daher an die Bundesregierung, als Gastgeberin des G7-Gipfels eine Führungsrolle einzunehmen und sich für die Rechte von Mädchen stark zu machen."

Fax-Appell an Angela Merkel

Um Druck auf die Bundesregierung auszuüben, ruft die Stiftung Weltbevölkerung die Öffentlichkeit dazu auf, einen Appell über die Kampagnenseite an die Bundeskanzlerin zu faxen. Darin wird Angela Merkel dazu aufgefordert, sich unter anderem für die Einführung und Durchsetzung von Gesetzen stark zu machen, mit denen schädliche Praktiken wie Kinderehen und weibliche Genitalverstümmelung abgeschafft werden.

Weitere Informationen:

Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung vom 22.05.2015.

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