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Kinderschutz / Gesundheit

Große Resonanz bei 1. Niedersächsischen Kinderschutzkongress

Trauriges Kind lehnt auf einer Bank
Bild: © V&P Photo Studio - fotolia.com

Mehr als 200 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen tauschten sich Ende Mai in Hannover beim 1. Niedersächsischen Kinderschutzkongress über aktuelle Entwicklungen im Bereich Kinderschutz aus. Zu den Themen gehörten häusliche Gewalt, Kinder psychisch kranker Eltern wie auch Minderjährigen-Ehen.

"Die vielschichtigen Aufgaben beim Kinderschutz bedürfen weiterhin unserer uneingeschränkten Anstrengung – vor allem angesichts neuer Herausforderungen!", so Niedersachsens Sozialministerin Rundt. "Die große Bandbreite der Inhalte dieser Veranstaltung zeigt den Facettenreichtum rund um den Kinderschutz", sagte Sozialministerin Rundt zum Auftakt des Kongresses. "Mit Themen wie Gefährdungseinschätzungen, Kinder als Zeugen häuslicher Gewalt, Kinder psychisch kranker Eltern oder Minderjährigen-Ehen wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Fachfrauen und -männer bei ihrer täglichen Arbeit stehen. Und sie zeigen auch, dass wir unsere Aktivitäten zum Wohl der Kinder stetig weiter ausbauen."

"Der Kinderschutzkongress ist ein Gipfeltreffen der Arbeit rund um den Kinderschutz in Niedersachsen", ergänzte Johannes Schmidt, Vorsitzender des Niedersächsischen Kinderschutzbundes. Er betonte: "Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Anstrengungen, die besten Konzepte in Theorie und Praxis auf ihre Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu überprüfen."

Zu dem Kongress am 29. Mai 2017 hatten das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, eingeladen - fünf Jahre nach Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes.

Rundt: Kinderrechte in das Grundgesetz aufnehmen

Seit acht Jahren ist der Kinderschutz in Niedersächsischen Verfassung verankert. Daher begrüßte Ministerin Rundt ausdrücklich die aktuellen Bestrebungen, Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen. Gleichzeitig verspreche die aktuelle Reform des SGB VIII, die Rechte von Kindern zu stärken.

"Gesetzliche Änderungen und Weiterentwicklungen erfordern Informationen, Diskussionen und Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Mit dem Format des Kinderschutzkongresses haben wir den Bedarf der Praxis getroffen", so Ministerin Rundt, die sich beeindruckt von der großen Resonanz beim Kongress zeigte.

Neue Aufgaben durch Flüchtlingszuwanderung

Rundt bilanzierte für Niedersachsen einen wirkungsvollen und effektiven Kinderschutz. "In den vergangenen Jahren ist es durch Initiativen auf Bundes-, Landes- und auch kommunaler Ebene gelungen, Lücken im Kinderschutz zu schließen. Aufgrund neuer gesellschaftlicher Herausforderungen, die beispielsweise durch die Flüchtlingszuwanderung seit 2015 entstanden sind, ergeben sich aber auch neue Aufgaben." Sie appellierte an die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer, auch die Aspekte der Zuwanderung beim Kinderschutz verstärkt in den Blick zu nehmen. Zudem würden seitens des Landes die Weichen gestellt, den Kinderschutz im ländlichen Raum zu stärken.

Förderung in Niedersachsen

Mit Landesmitteln werden u.a. diese Institutionen und Projekte in Niedersachsen gefördert:

  • Kinderschutz-Zentren in Hannover und Oldenburg: je 195.000,- Euro pro Jahr
  • 20 Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: insgesamt 513.000,- Euro in diesem Jahr
  • Kinderschutzambulanz an der MHH: 132.600,- Euro in 2017
  • Rechte für Mädchen und Jungen in Einrichtungen (Projekt des DKSB): 45.000,- in diesem Jahr
  • Berufsbegleitende Weiterbildungskurse zur Kinderschutzfachkraft: 60.000,- Euro in diesem Jahr
  • Fortbildungsoffensive mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsfamilien: 21.000,- Euro
  • in diesem Jahr
  • Modellprojekt Zentralen Frühe Hilfen (auf Initiative der Stiftung "Eine Chance für Kinder"): seit Ende 2016 für den Zeitraum von drei Jahren mit jährlich 150.000,- Euro
  • aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen stehen außerdem für den Einsatz von Familienhebammen und die Weiterentwicklung von Netzwerken Frühe Hilfen jährlich ca. 1,7 Mio. Euro zur Verfügung.

Aktuelle Informationen zum Kinderschutz, Arbeitshilfen, Informationsmaterialien und Veranstaltungshinweise sind im Internetportal www.kinderschutz-niedersachsen.de zu finden.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 29.05.2017

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