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Kinderschutz / Hilfen zur Erziehung

Bundeskabinett beschließt Bundesinitiative "Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen"

Ein Säugling wird untersucht
Bild: © Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

Das Bundeskabinett hat heute (Mittwoch) die Einführung der "Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen" beschlossen. Die Verwaltungsvereinbarung ist wichtiger Bestandteil der Regelungen des am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes.

"Die gesunde körperliche und seelische Entwicklung von Kindern können wir am wirkungsvollsten unterstützen, indem wir Eltern schon vor oder möglichst früh nach der Geburt Hilfe anbieten", erklärt Dr. Kristina Schröder. "Frühe Hilfen sind ein effektives Mittel, um Vernachlässigung und Misshandlung wirksam vorzubeugen. Familienhebammen sind die idealen Lotsinnen zwischen den Systemen der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Gesundheitswesens. Ebenso hilfreich sind die Babylotsen hier an der Charité, die Eltern in schwierigen Situationen eng begleiten und auf dem Weg zu passgenauen Hilfen unterstützen", so die Bundesfamilienministerin.

"Das Projekt Babylotse plus ermöglicht uns schon während der Schwangerschaft, werdende Mütter zu unterstützen. Wir können uns mehr Zeit für Gespräche mit den Schwangeren, Wöchnerinnen, Familien und Alleinerziehenden nehmen, um aktiv mögliche psychosoziale Probleme anzusprechen und über weiterführende Hilfs- und Beratungsangebote zu informieren. Ziel der Babylotsen an der Charité ist, die Unwissenheit über Hilfsangebote zu beseitigen. Wir möchten Vorbehalte und  Ängste nehmen, diese Hilfen zum Wohle der Kinder und Familien anzunehmen. Ferner werden wir über eine mehrjährige Begleitung der Familien den nachhaltigen Nutzen des Projekts evaluieren", sagt Prof. Wolfgang Henrich, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Die Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen startet zum 1. Juli 2012. Sie fördert den Aus- und Aufbau sowie die Weiterentwicklung der Netzwerke Frühe Hilfen. Dazu gehören der Einsatz von Netzwerkkoordinatorinnen und -koordinatoren sowie deren Qualifizierung und Fortbildung. Gefördert wird der Einsatz von Familienhebammen und auch von ehrenamtlichen Strukturen in den Frühen Hilfen. Die Länder sind zuständig für die Qualifizierung, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in den Förderbereichen.

Auf Bundesebene wird eine Koordinierungsstelle beim Nationalen Zentrum Frühen Hilfen (NZFH) eingerichtet, die für die inhaltliche Umsetzung und Koordinierung, die modellhafte Erprobung sowie die Evaluation der Bundesinitiative zuständig sein wird. Der Bund stellt für die Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen in diesem Jahr 30 Millionen Euro zur Verfügung. Im nächsten Jahr 2013 sind es 45 Millionen Euro, in den Jahren 2014/2015 dann jährlich 51 Millionen Euro. Ab dem Jahr 2016 stellt ein Fonds Mittel in dieser Höhe zur Verfügung.

Das NZFH koordiniert neben der Bundesinitiative auch das neue Projekt Babylotsen plus, das bereits am 1. Juni 2012 an der Charité Berlin gestartet ist. Mit Hilfe einer individuellen Betreuung durch die Babylotsen und der Vermittlung zu vorhandenen Unterstützungsangeboten sollen psychosozial besonders belastete Eltern von Anfang an motiviert werden, ihr Leben mit dem Kind in Eigenverantwortung und zum Wohle des Kindes zu führen. Sie sollen dabei unterstützt werden, die Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern und deren Bedürfnissen zu erlernen und eine starke Eltern-Kind-Bindung zu entwickeln. Damit sind die Babylotsen an der Berliner Charité ein praxisnahes Beispiel, wie die Bundesinitiative bei den Familien ankommen soll.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de

Quelle: Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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