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Kinderschutz

Aktiv gegen sexualisierte Gewalt im Sport

Eine Gruppe Kinder steht im Kreis und hat die Arme umeinander gelegt
Bild: Hero Images - stock.adobe.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Der DFB hat zusammen mit Zartbitter e.V. sowie der Bremer Sportjugend digitalen Content zur Wahrnehmung von sexuellen Übergriffen im Sport vorgestellt, um Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und Vereinsvorstände aufzuklären.

Sexualisierte Gewalt und sexueller Missbrauch sind allgegenwärtig und leider auch im im organisierten Sport zu finden. Eine Kultur des Hinsehens ist längst noch nicht etabliert. Der Zartbitter e.V. Köln hat daher gemeinsam mit dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main das Video „Blick hinter die Maske - Strategien der Täter und Täterinnen bei sexualisierter Gewalt“ im Fußball und in anderen Institutionen vorgestellt.

Das Video richtet sich sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene. Es zeichnet anhand eines Fallbeispiels aus der Beratungspraxis von Zartbitter Köln typische Strategien der Täter/-innen auf und veranschaulicht, wie diese die Wahrnehmung der Eltern und Vereinsvorstände vernebeln, den Widerstand potenzieller kindlicher und jugendlicher Opfer brechen und deren Schweigen über die ihnen zugefügte sexuelle Gewalt erzwingen.

Zudem informiert der Film über Möglichkeiten der Strafanzeige und Hilfe für Betroffene, deren Eltern und Freunde bzw. Freundinnen. Gleichzeitig werden Impulse für die Entwicklung von institutionellen Schutzkonzepten sowie die Förderung der Wahrnehmung von Hinweisen auf sexuelle Gewalt, die man dem Verhalten von Täter(inne)n entnehmen kann, gesetzt. Damit wird die Beweislast zumindest zum Teil von den Schultern der betroffenen Kinder und Jugendlichen genommen.

„Jeder Fall ist einer zu viel“, unterstreicht Dr. Stephan Osnabrügge, Schatzmeister und Kinderschutz-Beauftragter des DFB.  „Für uns ist es vor allem wichtig, dass wir das Video bei Schulungen mit Ansprechpartnern in den Vereinen verwenden können, um die soziale Kontrolle innerhalb der Vereine sowie den Blick auf Täterstrategien zu schärfen.“

Daher bittet der DFB alle Vereinsvertreter/-innen, egal ob Trainer/-innen, Vorsitzende, Jugendleiter/-innen oder Spieler/-innen und auch die Eltern des Fußballnachwuchses, das Video in ihrem Umfeld zu verbreiten. Denn Aufmerksamkeit und genaues Hinsehen sind der Schlüssel zu einer bestmöglichen Prävention.

Bremer Sportjugend veröffentlicht Selbstcheck

Auch die Bremer Sportjugend setzt sich aktiv gegen sexualisierte Gewalt im Sport ein und hat einen anonymen Selbstcheck mit 20 Fragen veröffentlicht. Dieser richtet sich an Vereine und Verbände und soll für das Thema sensibilisieren sowie dabei helfen, wesentliche Bestandteile der eigenen Präventionsarbeit zu checken und weitere Maßnahmen daraus für die eigene Praxis abzuleiten.

„Uns ist es wichtig, dass es sich beim Selbstcheck um keinen Test handelt“, betont Elke Eichstaedt, Kinderschutzbeauftragte der BSJ. „Wir wollen ein starkes Bewusstsein für den Kinder- und Jugendschutz im Sport und sehen diesen Selbstcheck als weiteren Baustein, um unsere Vereine und Verbände konkret und niederschwellig zu unterstützen.“ 

Quelle: Deutsche Sportjugend (dsj) im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. (DOSB) vom 23.09.2021

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