Junge Flüchtlinge / Migration

Verbraucherzentrale RLP stellt neues Beratungsangebot für Geflüchtete und Migranten vor

Zwei Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch und führen ein ernstes Gespräch
Bild: rawpixel.com

Bei schwierigen verbraucherrechtlichen Fragen, reichen häufig die Alltagssprachkenntnisse von Migrantinnen und Migranten nicht aus. Um ein niedrigschwelliges Angebot für diese Zielgruppe zu schaffen, bietet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in ihren Beratungsstellen nun die Möglichkeit, per Video-Konferenz Übersetzer/-innen zur Beratung hinzuzuziehen.

Wenn sich Migrantinnen und Migranten oder Geflüchtete mit ihren Anliegen an die Verbraucherzentrale wenden, kommt es wegen Sprachproblemen immer wieder zu Verständigungsschwierigkeiten. Ab sofort können alle Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz per Video-Chat eine Übersetzerin oder einen Übersetzer zur Beratung hinzu ziehen. Die technischen Voraussetzungen hierfür konnte die Verbraucherzentrale dank der finanziellen Förderung des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz schaffen.

Sprachbarrieren überwinden

„Verbraucherschutz darf nicht an Sprachbarrieren scheitern. Sprachbarrieren digital zu überwinden zu können hilft sowohl Geflüchteten als auch Migrantinnen und Migranten, die schon länger in Rheinland-Pfalz leben und arbeiten. Oft geht es um schwierige rechtliche Fragen, für die Alltagssprachkenntnisse nicht genügen“, erklärt Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel. „Das Projekt dient der Integration von Migrantinnen und Migranten und ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Verbraucherschutz gut aufgestellt ist in Rheinland-Pfalz. Wir verbinden hier die Zuständigkeiten meines Hauses für Integration und für Verbraucherschutz hervorragend und tragen damit auch zu einer gelungenen Integration bei.“

Lücke im Beratungsangebot schließen

„Mit diesen Video-Konferenzen können wir eine Lücke in unserem Beratungsangebot schließen und haben ein niedrigschwelliges Angebot für diese besonders verletzliche Verbrauchergruppe geschaffen“, so Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Bei fehlenden oder noch nicht gefestigten Sprachkenntnissen ziehen wir per Live-Schaltung über einen Video-Chat einen Übersetzer zur Beratung hinzu.“ Die Kooperation mit drei Dolmetscherpools ermöglicht es der Verbraucherzentrale, schnell und unkompliziert auf ca. 20 Sprachen sowie unterschiedliche Dialekte wie z.B. Mandarin und Maghrebinisch zurückzugreifen.

Unsicherheiten in der Beratung abbauen

Immer wieder wenden sich Migrantinnen und Migranten und zunehmend auch Geflüchtete an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale, weil sie beispielsweise auf eine Abzockmasche im Internet hereingefallen sind, ein Problem mit ihrem Mobilfunkanbieter haben oder ihre Energiekostenabrechnung nicht verstehen. Die Sprachmittlerinnen und Sprachmittler leisten einen wertvollen Beitrag dazu, Unsicherheiten in der Beratung abzubauen und ein korrektes und fehlerfreies Gespräch zu garantieren. Die Beratungskräfte und die Sprachmittlerinnen und Sprachmittler sind zum einen technisch und methodisch geschult. Zum anderen wurden in einer Schulung zahlreiche Begriffe wie Abmahnung, Drittanbietersperre, Schufa, Überweisung etc. vermittelt, die in vielen Beratungen eine wichtige Rolle spielen.

Informationen zur Beratung

Eine Terminvereinbarung für eine persönliche Beratung ist möglich über das Servicetelefon der Verbraucherzentrale unter (06131)28 48 0 oder über die Internetseite der Verbraucherzentrale.

Mehrsprachige Informationen für Migrantinnen und Migranten oder Geflüchtete bietet die Verbraucherzentrale unter auf ihrer Webseite.

Quelle: Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz vom 28.09.2018

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