Junge Flüchtlinge

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Zahl der Asylanträge erheblich gesunken

Ein junger Mann sitzt auf einer Kaimauer und schaut über das Hafenbecken. Im Hintergrund sieht man das Ausflugsschiff "Klein-Erna" und ein Stück der Hafenpromenade.
Bild: fsHH - www.pixabay.com (CC0)

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Asylanträge unbegleiteter Minderjähriger um ca. 76% gesunken. Dies geht aus einer Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor. Von Januar bis August 2017 wurden 6.928 Asylanträge gestellt. Die Schutzquote ist im Gegensatz zum Vohrjahr gesunken, was der Bundesfachverband umF mit Sorge betrachtet, da er die tatsächliche Schutzbedürftigkeit unverändert hoch sehe.

Von Januar bis August 2017 wurden 6.928 Asylanträge gestellt. Die Einreisezahlen weichen jedoch hiervon ab, da Asylanträge für die Minderjährigen zum Teil nicht oder nur verzögert gestellt werden. Der Großteil der Antragstellenden war 16 oder 17 Jahre alt (ca. 82%) und männlich (ca. 86%). Hauptherkunftsländer waren Afghanistan (ca. 25%) und Eritrea (ca. 20%).

Die Gesamtschutzquote betrug ca. 80 % – ein Großteil der Minderjährigen wird damit auf Dauer oder langfristig in Deutschland bleiben. Die Schutzquote ist jedoch gegenüber 2016 (ca. 89%) gesunken.

Das Sinken der Schutzquote beobachtet der Bundesfachverband umF mit großer Sorge, da die tatsächliche Schutzbedürftigkeit unverändert hoch ist, sich jedoch die Entscheidungspraxis des BAMF – insbesondere in Bezug auf die Hauptherkunftsländer Afghanistan, Eritrea und Somalia – trotzdem verändert hat .

Auch die Zahl junger Flüchtlinge, die im Rahmen der Kinder - und Jugendhilfe betreut und untergebracht wird, ist gegenüber dem Jahresende 2016 um ca. 17% zurückgegangen. 

Weitere Informationen und Tabellen sind der vollständigen Pressemitteilung des BumF zu entnehmen.

Quelle: Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V. vom 25.10.2017

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