Junge Flüchtlinge / Sozialpolitik

Mehr Deutschkurse für Geflüchtete in Berlin

Junger Mann afrikanischer Herkunft beim Lernen.
Bild: © Robert Kneschke - fotolia.com

Das Land Berlin bietet Sprachkurse auch für Geflüchtete an, die keinen Zugang zu den Integrationskursen und den berufsbezogenen Sprachfördermaßnahmen des Bundes haben. Die Volkshochschulen erhalten dafür vom Land Berlin seit 2014 finanzielle Mittel. Jetzt wird das Angebot ausgeweitet, sodass Geflüchtete nicht nur an Basis- sondern auch Aufbaumodulen teilnehmen können. Außerdem wird die kursbegleitende Kinderbetreuung finanziert.

Die Volkshochschulen in Berlin vermitteln mit den Kursen für die Geflüchteten kostenlose Grundkenntnisse der deutschen Sprache, um ihnen eine bessere Orientierung im Alltag zu ermöglichen und sie für eine spätere Ausbildung oder Erwerbstätigkeit vorzubereiten. Alleine in diesem Jahr haben bislang mehr als 4.000 Personen an den VHS-Kursen teilgenommen.

Ausweitung der Unterrichtseinheiten und Finanzierung kursbegleitender Kinderbetreuung

Der maximale Förderumfang des Landes Berlin wird nun von 400 auf 1.000 Unterrichtseinheiten pro Person erhöht. Damit können die Geflüchteten über die Basisförderung hinaus auch an Aufbaumodulen teilnehmen. Ziel ist es, dass die Kurse mit einem erfolgreichen Sprachtest abgeschlossen werden. Dazu wurde eine neue Verwaltungsvereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und den Berliner Volkshochschulen unterzeichnet. Zu den Neuerungen, die jetzt in der Rahmenvereinbarung verankert sind, gehört neben der Ausweitung der Unterrichtseinheiten auch die Finanzierung kursbegleitender Kinderbetreuung. Ohne sie können Frauen häufig die Deutschkurse nicht wahrnehmen. So bleibt gerade den Frauen häufig die Möglichkeit zur Teilhabe verwehrt.

Sprache öffnet den Zugang in alle Bereiche

Senatorin Elke Breitenbach erklärte: „Sprachkenntnisse sind wesentlich für die Geflüchteten, um sich nach ihrem Ankommen hier zurechtzufinden, sich ein neues Leben aufzubauen und am gesellschaftlichen und nachbarschaftlichen Leben teilhaben zu können. Die Sprache öffnet den Zugang in alle Bereiche, auch in Arbeit und Ausbildung. Die Volkshochschulen sind uns hier als interkultureller Lernort ein starker und flexibler Partner, der sich mit seinen Angeboten an den Bedarfen ausrichtet. Ich freue mich, dass wir mit dieser neuen Vereinbarung nicht nur einen quantitativen Sprung nach vorn machen, sondern auch die begleitenden Kinderbetreuungsangebote für Geflüchtete und alle Migrantinnen und Migranten erweitern.“

Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter

Katarina Niewiedzial, Berliner Integrationsbeauftragte, hat für das Land Berlin die Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet: „Die Vereinbarung zeigt, dass wir als Land Berlin es mit der Teilhabe von Geflüchteten ernst meinen: Alle Menschen sollen von Anfang an die Möglichkeit erhalten, Deutsch zu lernen. Mit der Unterzeichnung setzen wir gemeinsam mit unseren Partnern – den Volkshochschulen – das „Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter“ um. Ich bin sicher, dass viele Geflüchtete von den Neuerungen profitieren werden.“

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales vom 24.06.2019

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