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Flucht und Migration

KJBW-Förderung ermöglicht Jugendlichen aus Krisengebieten Kommunikationsseminar

Die acht Teilnehmer nehmen sich gegenseitig an die Hände.
Bild: Odenwald-Institut Die Jugendlichen kommunizieren spielerisch und in Bewegung.

Acht junge Menschen aus verschiedenen Ländern, sprechen unterschiedliche Sprachen und leben in einer Jugendwohngruppe. Für einen Tag kamen sie ins Odenwald-Institut der Karl Kübel Stiftung zu einem speziell konzipierten Kommunikations-Seminar für Flüchtlinge aus Krisengebieten.

Die jungen Menschen wohnen in einer Jugendwohngruppe der NRD Orbishöhe GmbH in Zwingenberg an der Bergstraße. Zwischen neun Monaten und zweieinhalb Jahren leben sie nun in Deutschland und wohnen in der Einrichtung, die eine Tochter der Nieder-Ramstädter Diakonie ist. Mit unterschiedlichsten auch traumatischen Erfahrungen aus ihrer Heimat – Eritrea, Somalia, Afghanistan, Demokratische Republik Kongo – gestalten sie nun ihren Alltag miteinander. Sie alle haben zunächst Deutschkurse besucht und gehen hier in die Schule. Ziel des Seminars war es, wertschätzende Kommunikation untereinander sowie mit den Betreuer/innen zu etablieren.

Soziale Verantwortung füreinander übernehmen

"Hinter gelungener Kommunikation stehen immer respektvolles Miteinander und Kenntnisse, wie Kommunikation grundsätzlich funktioniert", sagt Seminarleiter Jürgen Brilmayer. Sich in den anderen/die andere hinein zu versetzen und die Situation mit seinen/ihren Augen zu sehen, helfe dabei, zu erkennen, was wirklich hinter dem Konflikt steckt und wo die Bedürfnisse des gegenüber liegen. Neben Theorie, Gesprächen und Diskussionen über die Situation arbeitet Brilmayer viel mit Bewegung und Körperübungen aus der "KiKG®-Arbeit".

Brilmayer arbeitet in der Suchtberatungsstelle in Erbach und leitet dort die EINrichtung für GElingende BeziehUNGen. Der Sozialarbeiter, Schreinermeister und systemische Berater ist auch Kampfkunst-Trainer und Lehrtrainer für "KiKG". Er leitet Seminare für junge Menschen im Odenwald-Institut, die vom Kommunalen Jugendbildungswerk Kreis Bergstraße (KJBW) gefördert werden.

Das KJBW ermöglichte das Seminar. "Die Jugendlichen haben es als sehr bereichernd empfunden", so der Eindruck des Jugendbildungsreferenten im Odenwald-Institut Lars Weber. Weber war beim Seminar dabei und beindruckt vom offenen Auftreten der Jugendlichen, von ihren guten Deutschkenntnissen und dem Gemeinschaftsgefühl der Gruppe. In den Osterferien kommt die Gruppe wieder zu einem dreitägigen Vertiefungsseminar.

KiKG-Arbeit zur PrEssenz

Die körperorientierte Methode "KiKG" wurde von Joël Weser aus Erbach als "Ki-, Körper- und Gestaltarbeit zur PrEssenz" entwickelt und fließt sowohl in die Arbeit mit jungen Menschen als auch mit Erwachsenen ein. Dabei untersuchen die Teilnehmenden spielerisch die Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen und zu unterschiedlichsten Situationen. Die Einzel-, Paar- und Gruppenübungen sorgen für den Transfer des Erlebten in die eigenen Erfahrungen und in den Alltag. Sie begegnen sich weniger als "Fremde" und tragen mehr soziale Verantwortung füreinander.

Weser und Brilmayer führen regelmäßig Seminare dazu für Lehr- und Führungskräfte aus Wirtschaft und sozialen Institutionen im Odenwald-Institut durch. Bei dem Abendmenü "Methoden à la carte" aus dem Akademie-Programm am 23. März 2015 für Unternehmer/innen und Personalverantwortliche gibt Weser Einblicke in die KIKG-Arbeit zur PrEssenz für Führungskräfte.

Mehr Informationen zur KJBW-Förderung für Jugendseminare

Junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren werden nach dem Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetz unterstützt. Auf dieser Basis fördert das Kommunale Jugendbildungswerk Kreis Bergstraße Seminare für Schulen, Klassen, Jugendgruppen, Vereine und Initiativen. Damit kostet ein Seminartag maximal fünf Euro pro Teilnehmer. Neben den mittlerweile etablierten Angeboten, die immer wieder nachgefragt werden, ist es möglich, Themen maßgeschneidert dem Bedarf entsprechend zu entwickeln. Die Seminare können sowohl in eigenen Räumen als auch im Odenwald-Institut stattfinden. Alle Angebote sind auch von Einrichtungen außerhalb des Kreis Bergstraße ohne die Förderung buchbar.
Ansprechpartner im Odenwald-Institut ist Lars Weber, Telefon 06207 605-121, l.weber@DontReadMeodenwaldinstitut.de. Informationen und Themenvorschläge sind abrufbar unter www.odenwaldinstitut.de/jugendseminare.

Das Odenwald-Institut (OI)

Das Odenwald-Institut (OI) wurde 1978 von Mary Anne und Karl Kübel als Bildungsinstitut gegründet  und liegt mit fünf Häusern und Buchhandlung am Rande der Metropolregion Rhein-Neckar mitten im Grünen.
Als Teil der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie bietet es werteorientierte Seminare, Aus- und Weiterbildungen sowie Fachtagungen für Fach- und Führungskräfte, Paare, Familien, Kinder und Jugendliche. Unternehmen und Organisationen erhalten maßgeschneiderte Konzepte.
Drei Weiterbildungsprogramme „Kompetenz und Lebensqualität“, „AKADEMIE für Führung, Personalentwicklung und Coaching“ und „Forum Familie“ enthalten rund 400 Angebote mit etwa 200 Seminarleitenden zu Beruf, Kommunikation und persönliche Entwicklung. Etwa 6.000 Teilnehmende kommen jährlich. Seit der Kooperation mit der Dietmar Hopp Stiftung im Rahmen der Aktion „Starke Weggefährten“ bietet das Odenwald-Institut Seminare für Hospize und Sterbebegleitende.

Das Odenwald-Institut ist gemeinnützig, zertifiziert von Weiterbildung Hessen und Kooperationspartner des Landes Hessen beim Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) sowie in der Jugendbildung des Kreises Bergstraße. Viele Angebote sind von Verbänden zertifiziert, als Bildungsurlaub anerkannt sowie als berufliche Bildung über Bildungsprämie oder über Länderprogramme förderfähig.

Quelle: Odenwald-Institut der Karl Kübel Stiftung vom 12.03.2015

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