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Der Paritätische

Ist Deutschland auf die Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen vorbereitet?

Eine Frau tröstet einen traurigen kleinen Jungen und hält ihn im Arm.

In einem Statement des Paritätischen Gesamtverbands zu den aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt äußert sich Hauptgeschäftsführer Dr. Ulrich Schneider zur Vorbereitung Deutschlands auf die Aufnahme von vermutlich tausenden oder zehntausenden Kriegsflüchtlingen. Insbesondere Kinder und Frauen sind betroffen und müssen in der schwierigen Situation aufgefangen werden.

Bereits jetzt seinen in vielen Städten wie beispielsweise Berlin auch Paritätische Mitgliedsorganisationen in der Aufnahme und Betreuung ankommender Flüchtlinge engagiert. Die Beteiligten würden sich zudem schon jetzt vielerorts systematisch auf einen sprunghaften Anstieg der Zahl an Kriegsflüchtlingen vorbereiten, mit dem angesichts der aktuellen Entwicklungen für die nächsten Tage und Wochen zu rechnen sei.

Es seien Vorkehrungen getroffen worden, damit nicht nur Unterbringung und Versorgung, sondern unter anderem auch eine Beratung zu vorhandenen Unterstützungsangeboten und rechtlichen Ansprüchen in Muttersprache sichergestellt werden könne. Als Wohlfahrtsverbände sei der Paritätische Gesamtverband gefordert, gerade auch kleinen Initiativen Hilfestellung zu geben.

Sprunghafter Anstieg der Zahl von Kriegsflüchtlingen

Laut dem Hauptgeschäftsführer sei Deutschland insgesamt aber in vielerlei Hinsicht besser auf die nun zu erwartenden Flüchtlinge vorbereitet als im Jahr 2015. Eben weil es bereits erprobte Strukturen und Erfahrungen gäbe. Neu und besonders im Vergleich zu 2015 sei dabei jedoch die Situation, dass nahezu ausschließlich Frauen, Kinder und alte Menschen erwartet werden. Wo die monatelange weitgehende Isolation und Unterbringung in Sammelunterkünften ohnehin schon immer eine humanitäre Zumutung waren, würden diese hier erst recht nicht funktionieren, so Scheider. Daher müsse sich auf diese Situation eingestellt und die zentrale Frage beantwortet werden, wie mit Kindern und ihren Müttern umgegangen werde, deren Familien durch den Krieg durchweg auseinandergerissen wurden und die im schlimmsten Fall hier zu Halbwaisen und Witwen werden.

Der Paritätische begrüße, dass die EU mit der erstmaligen Anwendung der sogenannten „Massenzustromrichtlinie“ dafür sorgen wolle, dass Geflüchtete aus der Ukraine europaweit einen humanitären Aufenthaltsstatus bekommen, der ihnen den Zugang zu Arbeit, Bildung und Sozialleistungen sichere. Wichtig sei jedoch auch, dass bei der anstehenden Verteilung der Geflüchteten in Deutschland bestehende familiäre und soziale Bindungen berücksichtigt werden, da diese enorm bei der Integration und dem Ankommen helfen würden.

Kinder und Frauen in existentieller Krisensituation auffangen

Und auch bis zu der Entscheidung der EU-Innenminister(inne)n seienschon viele Geflüchtete auf Sozialleistungen und medizinische Versorgung angewiesen. Hier brauche es schnelle und pragmatische Lösungen. Außerdem müsse klar sein: Wer jetzt aus der Ukraine fliehe, egal ob mit ukrainischem Pass oder nicht, müsse in Deutschland Zuflucht finden. Es könne nicht sein, dass Drittstaatsangehörige, die vor dem Krieg Schutz suchen, jetzt an Grenzen abgewiesen werden oder binnen kürzester Zeit entscheiden müssen, ob sie einen Asylantrag stellen oder ausreisen müssen. Schließlich sei es von zentraler Bedeutung, auch systematische Strukturen der psychosozialen Versorgung auszubauen, um die Kinder und Frauen in dieser existenziellen Krisensituation aufzufangen.

Auch die Wohlfahrtsverbände seien daher angesichts der anstehenden Herausforderungen auf jeden Fall auf verlässliche politische, aber auch finanzielle Unterstützung angegwiesen, so Schneider abschließend.

Quelle: Der Partitätische Gesamtverband vom 03.03.2022

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