Junge Flüchtlinge / Migration

Integration gelingt nur gemeinsam – Konferenz zur Integrationsförderung in BW

Verschiedenfarbige Hände berühren sich
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Im Rahmen der Konferenz „Integration aus einem Guss“ tauschten sich rund 300 Teilnehmende zum Thema Integrationsförderung aus. Alle Beteiligten sahen Integration als gemeinsame Aufgabe an. Aus diesem Grund soll der Dialog zwischen den verschiedenen Ebenen weiter verstärkt werden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Integration vor Ort stattfinde. Gemeinsame Standards und Transparanz seien daher notwendig.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg haben bei der Konferenz „Integration aus einem Guss“ am 5. Juli 2018 in Stuttgart einen weiteren wichtigen Schritt hin zur abgestimmten Integrationsförderung durch Bund, Länder und Kommunen vorgenommen. Die gemeinsame Veranstaltung bot für rund 300 Teilnehmende aus dem Integrationsbereich eine Plattform des Austausches.

Dialog zwischen Bund, Ländern und Kommunen verstärken

„Integration gelingt nur gemeinsam. Die Zusammenarbeit über alle staatlichen Ebenen hinweg ist dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein zentrales Anliegen“, eröffnete der neue Bundesamtspräsident Dr. Hans-Eckhard Sommer seine Rede. Bei der Veranstaltung absolvierte er seinen ersten öffentlichen Auftritt in der Funktion des BAMF-Amtsleiters. „Ein Austausch wie der heutige dient dazu, gemeinsam in unserer Arbeit noch besser zu werden. Wir wollen diesen Dialog zwischen Bund, Ländern und Kommunen noch weiter verstärken, denn gelungene Integration ist die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt,“ so Sommer weiter.

Integrationsförderung als gemeinsame Aufgabe

Auch der baden-württembergische Minister Manfred Lucha sieht den Erfolg der Integrationsförderung durch alle staatlichen Ebenen als gemeinsame Aufgabe: „Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass die Maßnahmen klug aufeinander abgestimmt sind und keine Doppelstrukturen entstehen.“

Integration findet vor Ort statt

Derzeit sei die Vielfalt der unterschiedlichen Kursangebote auf Bund- und Länderebene allein bei der Sprachförderung in der Tat enorm, bestätigte Benjamin Beckmann, als Referatsleiter zuständig für die Steuerung und Qualitätssicherung der Integrationskurse durch das Bundesamt. Beckmann verwies in einer der vier Diskussionen auf die über das ganze Bundesgebiet verteilten Regionalkoordinatoren des Bundesamtes und stellte klar: „Integration findet vor Ort statt.“  Dies sei sinnvoll. Doch damit hänge die Integration auch maßgeblich vom politischen Willen und dem Engagement vor Ort ab. Das Bundesamt sorge deshalb für gemeinsame Standards und auch für mehr Transparenz im Kursangebot. Ein Beispiel dafür sei WebGis, ein Verzeichnis der unterschiedlichen Angebote in den Städten und Gemeinden.

Migrant(inn)en mit und ohne Fluchterfahrung einbeziehen

Einigkeit herrschte über alle staatlichen Ebenen hinweg, dass Integration mehr sei als Sprachförderung und die Integration von Geflüchteten. Man dürfe auch die Integration der anderen Migrantinnen und Migranten nicht aus den Augen verlieren, so Roswitha Keicher von der Stabsstelle Partizipation und Integration der Stadt Heilbronn. Ein Angebot, das ganz klar alle Migrantinnen und Migranten mit und ohne Fluchterfahrung erreichen möchte, stellte Franz Biebl, Referent für Migrationsberatung, auf dem Podium vor: Die Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) bietet ihre Unterstützung seit vergangenem Jahr auch über eine App per Chat an: eine Ergänzung zur bereits etablierten Beratung vor Ort.

Feedback aus der Praxis

„Wir haben Akteure zusammengebracht, die sonst so nicht ins Gespräch kommen“, lobte Martin Lauterbach, Gruppenleiter für Grundsatzfragen nicht nur die Redebeiträge, sondern auch die vielen Gespräche jenseits des Podiums. „Das Treffen hat einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Wir nehmen diesen Austausch ernst. Der Bund ist auf Feedback aus der Praxis angewiesen.“

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 06.07.2018

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