Junge Flüchtlinge / Politik

Initiative kulturelle Integration stellt Thesen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und kultureller Integration vor

Viele Menschen stehen aufgereiht nebeneinander
Bild: © rawpixel.com

Die Initiative kulturelle Integration hat am 16. Mai in Berlin fünfzehn Thesen zur Rolle der Kultur für das Zusammenleben in einer pluralen, weltoffenen Gesellschaft vorgestellt und an Bundeskanzlerin Merkel übergeben. Die Initiative ruft Einzelpersonen ebenso wie Organisationen, Vereine und Unternehmen zur Mitunterzeichnung der Thesen auf.

In der Präambel des Thesenpapiers "Zusammenhalt in Vielfalt" bekräftigen die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration, dass Integration alle Menschen in Deutschland betrifft:

  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann weder verordnet werden, noch ist er allein eine Aufgabe der Politik. Vielmehr können alle hier lebenden Menschen dazu beitragen. Deutschland ist ein vielfältiges Land. Seit Jahrhunderten leben hier Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Die Mehrzahl derjenigen, die aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, fühlt sich hier zu Hause. Viele sind inzwischen Deutsche. Mit Solidarität haben Gesellschaft und Politik auf die Ankunft vieler Geflüchteter reagiert. Solidarität gehört zu den Grundprinzipien unseres Zusammenlebens. Sie zeigt sich im Verständnis untereinander und in der Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse anderer. Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration treten für eine solidarische Gesellschaft ein.
  • Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration setzen besonders auf die Vermittlungskraft der Kultur. Kultur trägt neben der sozialen Integration und der Integration in Arbeit wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Kulturinstitutionen vermitteln Geschichte und Gegenwart.
  • Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration stehen für eine weltoffene Gesellschaft. Zuwanderung verändert eine Gesellschaft und erfordert Offenheit, Respekt und Toleranz auf allen Seiten. Dies ist ein langwieriger Prozess, in dem um Positionen gerungen werden muss. Das Schüren von Ängsten und Feindseligkeiten ist nicht der richtige Weg.
  • Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration wollen ein einiges Europa. Der europäische Einigungsprozess ist nicht nur ein Garant für Frieden in Europa und eine wichtige Grundlage für Wohlstand und Beschäftigung, er steht zugleich für kulturelle Annäherung sowie für gemeinsame europäische Werte.

15 Thesen zur kulturellen Integration

  • These 1: Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland muss gelebt werden.
  • These 2: Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten.
  • These 3: Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens.
  • These 4: Religion gehört auch in den öffentlichen Raum.
  • These 5: Die Kunst ist frei.
  • These 6: Demokratische Debatten- und Streitkultur stärkt die Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft.
  • These 7: Einwanderung und Integration gehören zu unserer Geschichte.
  • These 8: Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt.
  • These 9: Die parlamentarische Demokratie lebt durch Engagement.
  • These 10: Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie.
  • These 11: Bildung schafft den Zugang zur Gesellschaft. These 12: Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe.
  • These 13: Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen.
  • These 14: Erwerbsarbeit ist wichtig für Teilhabe, Identifikation und sozialen Zusammenhalt.
  • These 15: Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke.

Mitzeichnungsmöglichkeit

Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration laden Einzelpersonen genauso wie Organisationen, Vereine oder auch Unternehmen dazu ein, sich den vorgelegten Thesen anzuschließen, sie zu verbreiten und mit Leben zu erfüllen. Unter http://kulturelle-integration.de/thesen sind weiterführende Erläuterungen zu den Thesen zu finden, außerdem besteht eine Mitzeichnungsmöglichkeit.

Starkes Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die zu den Gründern der Initiative kulturelle Integration gehört, erklärt: "Von diesen fünfzehn Thesen geht ein starkes und ermutigendes Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus. Staat, Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartner und Migrantenverbände sprechen hier mit einer Stimme – so unterschiedlich ihre Haltung ansonsten auch sein mag. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass Integration gelingt. Und wir sind uns einig: Gesellschaftliche Integration gibt es nur über kulturelle Integration. Deshalb stärken wir die Kultur und ihre Fähigkeit, Identität und Zusammenhalt zu stiften.

"Zusammenhalt in Vielfalt"

Die Staatsministerin, die Kulturministerinnen und -minister der Länder und die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände betonen weiter: "Die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft gilt es stets aufs Neue zu verteidigen. Wir wollen Künstlerinnen und Künstler, aber auch Bürgerinnen und Bürger ermutigen, für eine Kultur der Freiheit und eine freie Kultur einzustehen, die sich in Bund, Ländern und Kommunen entfalten kann. Kunst ist ein Lebenselixier der Demokratie. Wer ihre freie Entfaltung angreift, rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaft. Dem treten wir mit aller Entschiedenheit entgegen."

Über die Initiative kulturelle Integration

Gründungsmitglieder der Initiative kulturelle Integration sind neben der Staatsministerin für Kultur und Medien, die das Vorhaben aus ihrem Etat finanziert, das Bundesinnenministerium, der Deutsche Kulturrat, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Neben den Initiatoren gehören 23 weitere Mitglieder aus der Zivilgesellschaft, den Kirchen und Religionsgemeinschaften, den Medien, den kommunalen Spitzenverbänden und der Sozialpartner sowie der Kultusministerkonferenz der Initiative an.

Die fünfzehn Thesen sind in einem gemeinsamen Arbeitsprozess dieser 28 Organisationen in den vergangenen fünf Monaten entwickelt worden. Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration wollen angesichts aktueller Debatten mit diesen Thesen einen Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und zur kulturellen Integration leisten.

Die Initiative ist überparteilich und zielt darauf ab zu verdeutlichen, dass kulturelle Integration und das Zusammenleben in einem pluralen Deutschland gelingt. Ebenso ist beabsichtigt zu unterstreichen, welchen Beitrag die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bereits leisten und in Zukunft leisten werden.

Weitere Informationen unter www.kulturelle-integration.de

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung / Initiative kulturelle Integration c/o Deutscher Kulturrat e.V. vom 16.05.2017

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