Achtung Icon

Relaunch - Am 19. Mai ist es soweit:

Unter der bekannten Adresse finden Sie unser Angebot als „Portal der Kinder- und Jugendhilfe“ – mit vollständig neuem Look.
Daher erfolgt ab dem 29. April ein Redaktionsstopp. Ab diesem Zeitpunkt können Sie von extern keine Inhalte mehr einpflegen.
Ab dem 19. Mai können Sie alle Angebote wieder wie gewohnt nutzen.

Flucht und Migration

Großbritanniens Einwanderungspolitik hinterlässt "Skype kids"

Ein Junge sitzt am Computer und beschäftigt sich damit.
Bild: © Mariusz Blach - Fotolia.com

Bei dem Versuch die Einwanderung nach England gering zu halten, wurde ein Gesetz erlassen, das sich nun nachteilig auf Kinder auswirkt. Zu dem Ergebnis kommt ein neuer Bericht der englischen Kinderkommissarin, der die Auswirkungen des Einwanderungsgesetzes auf Kinder untersucht.

Mindestens 15000 Kinder in Großbritannien wachsen als "Skype kids" auf: Sie können mit einem Elternteil nur via Skype kommunizieren. Grund dafür ist das britische Einwanderungsgesetz von 2012, welches den Nachzug eines ausländischen (Ehe-)Partners nach Großbritannien nur dann erlaubt, wenn ein jährliches Einkommen von mindestens £18 600 vorhanden ist.

Ein neuer Bericht der englischen Kinderkommissarin kritisiert diese Einkommensschwelle als "zu hoch und diskriminierend", da nicht einmal 47% der in Großbritannien lebenden Erwachsenen dieses Einkommen erreichen. Tausende von Familien sind von diesem Einwanderungsgesetz betroffen, das Eltern trennt und Kinder zu Leidtragenden macht.

Anne Longfield, die englische Kinderkommissarin, äußert sich dazu: "Ich bin sehr beunruhigt darüber, dass das Einwanderungsgesetz von 2012 Familien aktiv auseinanderreißt und britische Kinder mit einem Elternteil nur per Skype kommunizieren können (...). Viele der Kinder, die für diesen Bericht befragt wurden, leiden unter Stress und Ängsten, die ihr Wohlbefinden und ihre Entwicklung beeinträchtigen."  ("I am therefore very concerned that the immigration rules introduced in July 2012 actively drive families apart, and leave British children able to communicate with one parent only via Skype, (...). Many of the children interviewed for this research suffer from stress and anxiety, affecting their wellbeing and development.")

Der von der Kinderkommissarin in Auftrag gegebene Bericht "Family Friendly? The impact on children of the Family Migration Rules" wurde vom Joint Council for the Welfare of Immigrants (JCWI) und der Middlesex University durchgeführt und am 9. September veröffentlicht.

Quelle: Childrens Commissioner vom 17.09.2015