Junge Flüchtlinge / Kinder- und Jugendpolitik

Flüchtlingspolitik gefährdet besonders Kinder und Jugendliche

Ein kleiner ernst schauender Junge steht alleine auf einem Platz
Bild: isakarakus - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Seit August ist der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten möglich - aber nur begrenzt. „Der Kompromiss von CDU, CSU und SPD ist faul“, sagt der Deutsche Bundesjugendring (DBJR). „Die Limitierung auf 1.000 Personen ist unsinnig, willkürlich und schafft viele neue Probleme“. Eine derartige Flüchtlingspolitik gefährdet besonders Kinder und Jugendliche, sie ist nicht in deren Sinne und dem ihrer Familien.

Beim Familiennachzug dürfen zunächst - wenn überhaupt - nur die Eltern von unbegleiteten minderjährigen Geflüchtete kommen. Geschwister dürfen nicht nach Deutschland einreisen. „Das reißt Familien auseinander und stellt sie vor unmenschliche Entscheidungen“, kritisiert Hetav Tek, stlv. Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) in einem Statement. Durch die Limitierung ist außerdem mit vielen neuen Problemen zu rechnen, bis hin zu langwierigen Verfahren – zum Schaden aller Betroffenen. Der DBJR fordert einen Familiennachzug, der seinen Namen verdient: Ohne Limits! Am Wohl der Kinder, Jugendlichen und deren Familien orientiert!

Kinder und Jugendliche gehören nicht in Ankerzentren

Kritisch sieht der DBJR auch die sogenannten Ankerzentren, die seit 1. August nun in Bayern eröffnen und in weiteren Bundesländern geplant sind. Ankerzentren entsprechen nicht den Anforderungen der UN-Kinderrechtskonvention. In diesen Zentren leben viele Menschen auf engstem Raum und unter enormen Belastungssituationen. „Kinder und Jugendliche gehören nicht in Ankerzentren“, sagt Hetav Tek und schließt sich im Namen des DBJR der Kritik und den Forderungen des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs an. Johannes-Wilhelm Rörig stellt klar: „Wir müssen alles dafür tun, dass die Menschen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen, kein weiteres Leid erfahren. Ein Ankerzentrum, in dem es keine Bildungs- und kindgerechten Freizeitangebote gibt und in denen viele Menschen auf engstem Raum unter enormen, vielfältigen Belastungssituationen zusammenleben, sind geradezu ein Brenntiegel von Gewalt, auch sexueller Gewalt, der Kinder und Jugendliche bis zu einer maximalen Aufenthaltsdauer von sechs Monaten für Familien dort ausgesetzt sein können. Ich fordere grundsätzlich eine dezentrale Unterbringung von Familien mit Kindern in geschützten Unterkünften“.

Der DBJR findet: Junge Geflüchtete müssen einen Ort haben, an dem sie geschützt sind, sich gut entwickeln können und das Erlebte verarbeiten können. All das bieten Ankerzentren nicht.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring 

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