Junge Flüchtlinge / Sozialforschung

Berufsorientierung jugendlicher Flüchtlinge – Wie Akteure vor Ort kooperieren können

Junger dunkelhäutiger Mann
Bild: fsHH / pixabay.com

Wie kann „Integration durch Bildung“ funktionieren, welche Netzwerkstrukturen sind dazu nötig und wie lässt sich die Kooperation vor Ort weiterentwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine aktuelle Studie der Universität Duisburg-Essen anhand von Beispielen aus der lokalen Praxis. Sie zeigt u.a., dass die Vernetzung verschiedener Akteure sowie die nachhaltige Verankerung von Unterstützungsstrukturen wichtig ist.

Jugendliche, die nach Deutschland geflüchtet sind, müssen sich nicht nur im fremden Land zurechtfinden und die Sprache erlernen, auch der künftige Berufsweg ist zu planen. Bei der Orientierung helfen vor Ort viele Beteiligte – Berufskollegs, öffentliche und freie Jugendhilfe, Arbeitsagentur, Jobcenter und verschiedene Beratungsstellen.

Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat in einer aktuellen Studie für das Institut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) untersucht, wie „Integration durch Bildung“ funktionieren kann, welche Netzwerkstrukturen nötig sind und wie sich die Kooperation vor Ort weiterentwickeln lässt.

Informationsaustausch zwischen Akteuren von hoher Bedeutung

Die IAQ-Forscherinnen Dr. Karola Köhling und Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey haben dazu Interviews mit beteiligten Akteuren in 19 Kommunen in NRW geführt. Anhand von Beispielen aus der lokalen Praxis zeigt die Studie, dass es neben dem Informationsaustausch von hoher Bedeutung ist, Fördermöglichkeiten unterschiedlicher Akteure zu verknüpfen und die Begleitung von Übergängen abzusprechen. Das gilt sowohl bei den Angeboten vor Ort als auch bei der Bearbeitung von Einzelfällen.

Strukturen weiterentwickeln und nachhaltig verankern

„Für die (Weiter-)Entwicklung dieser Kooperation ist es sinnvoll, die vorhandenen Strukturen optimal zu nutzen“ plädiert Dr. Karola Köhling. Chancen sehen die IAQ-Forscherinnen vor allem darin, Strukturen und Prozesse, die angesichts von großen Zahlen an neu zugewanderten Jugendlichen quasi im „Krisenmodus“ entwickelt wurden, zu überprüfen, zu modifizieren, zu ergänzen und nachhaltig zu verankern. „Das ist wichtig, weil Integration Zeit braucht und nicht mit Maßnahmen der Erstförderung abgeschlossen ist“, so Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey. „Zudem lassen sich die oft positiven Erfahrungen nutzen, um die Kooperation in der vorbeugenden Sozialpolitik auch im Hinblick auf andere Arbeitsfelder weiterzuentwickeln.“

Die Studie (PDF 1,2 MB) steht zum Download auf der Webseite des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung zum Download zur Verfügung.

Quelle: Universität Duisburg-Essen vom 23.10.2018

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