Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Inklusion

Inklusion / Jugendsozialarbeit

NRW:„Job-Speed-Dating“ bringt Jugendliche mit Behinderung und potentielle Arbeitgeber an einen Tisch

Eine junge Frau im Rollstuhl sitzt einer anderen Frau an einem Tisch gegenüber.
Bild: © Guido Schiefer / LVR

Bei einer Job-Kontaktbörse in Aachen stellten sich rund 70 Jugendliche mit Behinderung Unternehmen für Betriebspraktika, Arbeits- und Ausbildungsstellen vor. Das Angebot des Landschaftsverbandes Rheinland und der Bundesagentur für Arbeit soll junge Menschen mit Behinderung aus dem Rheinland auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen. Weitere Job-Speed-Datings finden in Köln, Essen und Düsseldorf statt.

Beim „Job-Speed-Dating“ in Aachen trafen in dieser Woche rund 70 Schülerinnen und Schüler mit Behinderung auf mehrere Großkunden der Bundesagentur für Arbeit sowie regionale Arbeitgeber und Integrationsunternehmen. Die Jugendlichen stellten sich in der LVR-Viktor-Frankl-Schule den Arbeitgebern für Betriebspraktika, Arbeits- und Ausbildungsstellen vor. Das LVR-Integrationsamt und die Bundesagentur für Arbeit organisierten das Job-Speed-Dating bereits im dritten Jahr.

Herausforderung Übergang Schule – Beruf

Der Übergang von der Schule in das Berufsleben stellt für Jugendliche mit Behinderung häufig eine besonders große Herausforderung dar. Die Suche nach einem geeigneten Arbeits- oder Ausbildungsplatz ist oft schwierig. Gleichzeitig finden viele Unternehmen nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber, obwohl sie für die Einstellung junger Menschen mit Einschränkungen offen sind. Diese Problematik greift das LVR-Integrationsamt mit dem Job-Speed-Dating auf und bahnt frühzeitig Anschlussperspektiven nach der Schule auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an.

Mit Firmen ins Gespräch kommen

Auch Noah und Jenny, jeweils 15 Jahre alt, haben am Speed-Dating teilgenommen. Beide besuchen die LVR-Viktor-Frankl-Schule. Noah ist vor allem handwerklich interessiert und schon etwas geübt bei Vorstellungsgesprächen. Er hat sich mit seinem Lebenslauf beim Unternehmen HolzTeam Esser aus Niederzier vorgestellt. Nach dem Gespräch war er sehr zufrieden: „Es sieht gut aus, dass ich bei der Firma ein Praktikum absolvieren kann. Ich werde in den nächsten Tagen erneut Kontakt aufnehmen“, freut sich Noah.

Auch Jenny, die nächstes Jahr ihren Realschulabschluss erreicht und gerne im Verwaltungsbereich arbeiten möchte, zog ein positives Fazit: „Es ist sehr hilfreich, mit den Firmen ins Gespräch zu kommen und sich zu informieren.“ Sie war in der Vergangenheit bereits erfolgreich und hat bei der Stadt Würselen als Verwaltungsfachangestellte und bei Galeria Kaufhof als Telefonistin ein Praktikum gemacht. „Beides hat mir großen Spaß gemacht“, so Jenny.

Auf Zukunftspotentiale auswerksam werden

„Beim Speed-Dating haben beide Seiten die Chance, innerhalb von ein paar Minuten ins Gespräch und vielleicht auch ‚ins Geschäft‘ zu kommen“, sagt Frauke Borchers vom LVR-Integrationsamt, das den Übergang von jungen Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben fördert. Almuth Schlosser von der Großkundenberatung der Bundesagentur für Arbeit erklärt: „Für die teilnehmenden Unternehmen bietet das Speed-Dating die Gelegenheit, auf Zukunftspotentiale aufmerksam zu werden und potentielle Fachkräfte von morgen kennen zu lernen.“ Durch die Großkundenberatung konnten unter anderem die McDonald‘s Deutschland Inc., Deutsche Post DHL Group, das Möbelhaus Porta, die Einzelhandelskette Real und die RWE Power AG gewonnen werden.

Junge Menschen mit Behinderung auf dem Weg ins Berufsleben unterstützen

Mit den Job-Speed-Datings an vier Standorten im Rheinland bieten das LVR-Integrationsamt und seine Partner eine gute Möglichkeit, junge Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen. Diese erhalten schon während ihrer Schulzeit eine umfassende Berufsorientierung und Unterstützung sowie eine Begleitung durch die Integrationsfachdienste beim Einstieg in das Arbeitsleben. Die Berufsorientierung durch „KAoA-STAR – Schule trifft Arbeitswelt“ unterstützt junge Menschen mit Behinderung beim Übergang ins Arbeitsleben in enger Zusammenarbeit mit den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe, dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Dabei ist KAoA-STAR eingebunden in das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“ und setzt frühzeitig ein: Die Integrationsfachdienste begleiten die Jugendlichen in enger Kooperation mit den Schulen bereits ab Klasse acht bis in den Einstieg in einen Beruf und noch darüber hinaus.

Zielgruppe des Angebots

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Förderschwerpunkten „Körperliche und motorische Entwicklung“, „Geistige Entwicklung“, „Hören und Kommunikation“, „Sehen“ und „Sprache – sowie an alle Schülerinnen und Schüler mit Schwerbehindertenausweis an Förderschulen und Schulen des Gemeinsamen Lernens. Weitere Job-Speed-Datings finden in und Köln, Essen und Düsseldorf statt.

Quelle: Landschaftsverband Rheinland vom 23.02.2018

Info-Pool