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Inklusion / Migration

Autimus und (Sprach-) Entwicklungsstörungen stellen Zugewanderte vor besondere Herausforderungen

Eine Mutter hebt lachend ihren kleinen Sohn hoch, der auch lächelt
Bild: rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Im Mittelpunkt des Netzwerk-Fachtags Inklud:Mi. des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB) stehen dieses Mal Autimus und (Sprach-) Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte. Die Veranstaltung am 6. Dezember 2019 in Dortmund richtet sich an betroffene Eltern sowie haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte der sozialen Arbeit in Schulen und Beratungsstellen. Das IBB organisiert eine deutsch-arabische Übersetzung.

„Was sollen wir machen, wenn unser Kind behindert ist?“

In Kindertageseinrichtungen, Kinderarztpraxen und nicht zuletzt bei der Schuleingangsuntersuchung schauen Fachkräfte mit prüfenden Augen auf die Kinder: Entwickeln sie sich altersgerecht? Denn nicht alle Kinder entfalten alle ihre Fähigkeiten gleich schnell und gleich gut. Entwicklungsverzögerungen führen nicht selten in die Praxen der professionellen Frühförderung. Kinder von Geflüchteten und neu Zugewanderten können aufgrund von vermuteten oder tatsächlichen Sprachdefiziten leichter durch das Diagnostik-Netz rutschen. Und auch wenn es erste Hinweise gibt, reagieren betroffene Eltern meist zunächst einmal verunsichert: „Was sollen wir machen, wenn unser Kind behindert ist?“

Fachtag Inklud:Mi

Für den Fachtag Inklud:Mi ist es dem IBB e.V. gelungen, auch Expertinnen und Experten aus Syrien und Saudi-Arabien zu gewinnen, die auch schon in ihren Herkunftsländern zum Thema Entwicklungsstörungen gearbeitet haben und heute als Heilpädagogen, Soziologin und Montessori-Lehrerin mit Kindern und Eltern arbeiten. Sie werden auf dem Fachtag berichten, welche Einstellungen Zugewanderte aus verschiedenen Herkunftsländern zu kindlichen Entwicklungsverzögerungen haben und welche Erwartungen sie an das Hilfesystem richten.

Fachvorträge zum Thema Autismus und Entwicklungsstörungen

Im Mittelpunkt stehen zwei Fachvorträge von Yve Cordes und Mahsoum Youssif zum neuesten Forschungsstand zum Thema Autismus und von Sulaf Idris über Autismus und Entwicklungsstörungen im transkulturellen Zusammenhang. Am Nachmittag geht es in drei Themenworkshops unter anderem mit Khairia Al-Saka und Yasmina Quadiki um kultursensible, pädagogische Ansätze, praktische Familienarbeit bei Autismus und um interkulturelle Selbsthilfe.  

Mit dem diesjährigen Fachtag möchte das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. auch deutlich machen, dass es im Kreis der Geflüchteten und Neu-Zugewanderten pädagogische und therapeutische Fachkräfte gibt. „Autismus und Entwicklungsverzögerungen dürfen auch bei Neu-Zugewanderten nicht zu spät erkannt werden, um Defizite zu vermeiden“, sagt Hildegard Azimi-Boedecker vom IBB e.V.

Teilnahme

Die Teilnahme am Fachtag Inklud:Mi kostet 15 Euro. Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. organisiert eine deutsch-arabische Übersetzung. Interessierte sollten sich bis zum 22. November 2019 anmelden beim IBB e.V. unter der Rufnummer 0231-952096-0 oder per E-Mail an info@ibb-d.de.

Über das Netzwerk Inklud:Mi

Seit 2014 lädt das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. einmal jährlich ein zum Fachtag Inklud:Mi zur Inklusion von Migranten und Migrantinnen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung. Denn ganz gleich, ob neu zugewandert oder schon in zweiter Generation in Deutschland: Menschen mit Migrationsgeschichte sind im weit verzweigten Hilfesystem oftmals benachteiligt, wenn es um Hilfen, Unterstützung und Förderung geht. Das Netzwerk Inklud:Mi vermittelt Einblicke in die bürokratischen Hürden und auch in unterschiedliche Haltungen zu Behinderungen und Beeinträchtigungen.

Quelle: Bildungs- und Begegnungswerk e.V. vom 19.11.2019

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