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Gesundheit

WHO-Studie zeigt: Gesundheit und Wohlbefinden junger Menschen werden durch geschlechtsbedingte und soziale Ungleichheiten beeinträchtigt

eine Zigarette in der Hand einer Jugendlichen
Bild: © prudkov- Fotolia.com

Eine neue gesamteuropäische Befragung von Schulkindern durch die WHO hat zwei zentrale Erkenntnisse: Zum einen ist der Anteil der 15-Jährigen, die im Alter von 13 Jahren erstmals geraucht haben, seit 2010 signifikant gesunken. Zum anderen wirken sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern und im sozioökonomischen Status in einer entscheidenden Entwicklungsphase negativ auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensgewohnheiten vieler junger Menschen aus.

Die alle vier Jahre aktualisierte Studie über das Gesundheitsverhalten von Kindern im schulpflichtigen Alter (Health Behaviour in School-aged Children – HBSC) zeigt, dass der Anteil der 15-Jährigen in der Europäischen Region, die angeben, erstmals im Alter von 13 Jahren oder früher geraucht zu haben, zwischen der Befragung von 2009/2010 und der Umfrage für den Zeitraum 2013/2014 von 24% auf 17% gesunken ist. Der Rückgang bei Mädchen (von 22% auf 13%) fiel größer aus als bei Jungen (von 26% auf 22%). Die Daten zeigen keinen durchgängigen Zusammenhang mit dem Wohlstandsniveau der Familie, was darauf schließen lässt, dass das Rauchverhalten nur zum Teil von sozioökonomischen Faktoren bestimmt wird.

Dieser positiven Entwicklung beim Rauchen stehen jedoch andere Aspekte des Berichts gegenüber, die verdeutlichen, dass die Gesamtlebenszufriedenheit leicht abnimmt, wenn Kinder älter werden, und dass Kinder aus Familien mit niedrigerem Einkommen im Allgemeinen weniger Lebenszufriedenheit bekunden. 

Seit 2002 durchgeführte aufeinander folgende Studien haben gezeigt, dass die Unterschiede bei der Eigeneinschätzung der Lebenszufriedenheit zwischen Jugendlichen im westlichen und östlichen Teil der Europäischen Region kleiner geworden sind: Länder wie Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, die Russische Föderation und die Ukraine melden jeweils einen beträchtlichen Anstieg der Lebenszufriedenheit während des Untersuchungszeitraums, wenngleich sich die Zahlen seit der letzten Studie im Jahr 2010 stabilisiert haben. 

Daten als Grundlage für politische Handlungskonzepte zugunsten von Jugendlichen

Die für die Studie erhobenen Daten basieren auf Fragebögen, die von Tausenden von Jugendlichen ausgefüllt wurden. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass deren Stimmen und Anliegen umfassend berücksichtigt werden, wenn die WHO ihre Strategien, Konzepte und Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen in der Europäischen Region ausarbeitet. Die Studie erweitert die wachsende Evidenzgrundlage, aus der sich die Forderung nach wirksameren und gezielteren Interventionen von Regierungen und politischen Entscheidungsträgern zur Bekämpfung der Auswirkungen sozialer, gesundheitlicher und geschlechtsbedingter Ungleichheiten unter jungen Menschen in der Europäischen Region ergibt.

Der WHO-Bericht, der den Titel "Ungleich aufgewachsen: geschlechtsbedingte und sozioökonomische Unterschiede in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden junger Menschen" trägt, deckt 42 Länder in der Europäischen Region der WHO und Nordamerika ab. Die Ergebnisse werden von 340 Forschern in den Ländern analysiert, die vom Internationalen Koordinationszentrum an der Universität von St. Andrews in Schottland und dem Datenverwaltungszentrum an der Universität Bergen in Norwegen unterstützt und koordiniert werden.

Die länderübergreifende Erhebung deckt verschiedene Aspekte des gesundheitsbezogenen und des sozialen Verhaltens von Jugendlichen ab, einschließlich Selbsteinschätzungen in Bezug auf psychische Gesundheit, Adipositas und die eigene körperliche Erscheinung; Ernährungsgewohnheiten, das eigene Bewegungsverhalten, die Unterstützung durch Familienangehörige und Gleichaltrige, den Tabak-, Alkohol- und Cannabiskonsum sowie den Themenkomplex Mobbing (siehe beiliegende Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der länderübergreifenden Erhebung).