Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Gesundheit

Gesundheit / Sozialforschung

UKE und BZgA starten bundesweite Studie zur Gesundheit und Sexualität

AIDS-Schleife
Bild: © VadimGuzhva - Fotolia.com

Über den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit bestimmter Infektionen und Merkmalen sexueller Gesundheit oder sexuellem Verhalten ist bislang wenig bekannt. Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) soll Beziehungen, Erfahrungen und sexuellen Einstellungen erheben und so eine Einschätzung der sexuellen Gesundheit der Bevölkerung ermöglichen sowie bei der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen helfen.

Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) starten gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut EMNID und gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Befragung zur „Gesundheit und Sexualität in Deutschland – GeSiD“. Die GeSiD-Studie soll umfassende Basisdaten zu Beziehungen, Erfahrungen und sexuellen Einstellungen erheben und so eine Einschätzung der sexuellen Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland ermöglichen. 5.000 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 75 Jahren werden dazu in den kommenden Monaten befragt. Geleitet wird die Studie von Prof. Dr. Peer Briken und Prof. Dr. Arne Dekker vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des UKE. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fördert das dreijährige Forschungsprojekt.

Präventions- und Vorsorgemaßnahmen entwickeln

„Ein zentraler Forschungsschwerpunkt der GeSiD-Studie wird auf der Verbreitung von und dem Wissen über sexuell übertragbare Infektionen und den damit zusammenhängenden sexuellen Praktiken liegen. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, Präventions-, Vorsorge- und Versorgungsmaßnahmen im Bereich der sexuellen Gesundheit zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des UKE. Das Institut ist eine der führenden sexualwissenschaftlichen Einrichtungen Europas und forscht seit nahezu 60 Jahren zu sexuellem Verhalten und Erleben.

Studien weisen auf gestiegenes Infektionsrisiko hin

„Studien weisen darauf hin, dass in den letzten Jahren das Risiko, sich in Deutschland mit bestimmten sexuell übertragbaren Infektionen zu infizieren, wieder zugenommen hat. Allerdings ist über den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit bestimmter Infektionen und Merkmalen sexueller Gesundheit oder sexuellem Verhalten bislang wenig bekannt. Dies möchten wir durch die GeSiD-Studie ändern“, sagt Prof. Dr. Arne Dekker, Stellvertretender Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des UKE.

Wissenschaftliche Daten sind für gelingende Prävention unerlässlich

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung setzt seit Jahrzehnten erfolgreiche Präventionsmaßnahmen im Bereich HIV und anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STI) um. Für eine passgenaue und gelingende Prävention sind wissenschaftliche Daten unerlässlich. Gerade im Bereich der sexuell übertragbaren Infektionen und der sexuellen Gesundheit fehlte es in Deutschland bisher an den entsprechenden Erkenntnissen. Deshalb begrüße ich es, dass wir mit dem UKE einen kompetenten Partner für diese Studie gefunden haben.“

Weitere Informationen zur Studie

Von Oktober 2018 bis April 2019 werden etwa 5.000 Erwachsene im Alter von 18 bis 75 Jahren in ganz Deutschland befragt. Deren Adressen wurden für das Forschungsvorhaben aus den Registern der Einwohnermeldeämter zufällig gezogen. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Alle Antworten werden vertraulich behandelt und in anonymisierter Form ausschließlich zu statistischen Zwecken ausgewertet.

Die Teilnehmenden werden gebeten, Angaben zu ihren bisherigen Erfahrungen mit Liebe, Sexualität und Partnerschaft zu machen. Fragen nach sexuellen Wünschen, aber auch nach sexuellen Problemen werden ebenso gestellt wie Fragen nach sexuell übertragbaren Infektionen. Da sexuelle Gesundheit nicht losgelöst von der allgemeinen gesundheitlichen Situation zu betrachten ist, gibt es auch dazu Fragen. Die ersten Ergebnisse der Studie sollen Ende 2019 vorliegen.

Weitere Informationen zur GeSiD-Studie finden sich auf der Webseite: www.gesid.eu

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) vom 05.11.2018

Info-Pool