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StadtRaumMonitor

Testphase für Partizipatives Bewertungsinstrument zur Stadtentwicklung

Moderner Wohnugsbau mit gelb gestrichenen Häusern
Bild: © reimax16 - fotolia.com

Mit dem StadtRaumMonitor erhalten Kommunen ein Instrument, das Bürger/-innen aktiv mit einbezieht, um die Stärken und Schwächen in Gemeinden, Stadtteilen oder einzelnen Nachbarschaften zu identifizieren. Die Testphase ist bis Anfang 2021 vorgesehen. Danach soll der StadtRaumMonitor als wirkungsvolles Instrument zur settingbezogenen Gesundheitsförderung für alle Kommunen in Deutschland angeboten werden.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Kooperation mit dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) und dem Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg den „StadtRaumMonitor“ entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Instrument zur Bedarfserhebung für eine gesundheitsförderliche Stadtentwicklung mit Bürgerbeteiligung. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule für Gesundheit Bochum.

Prof. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Der StadtRaumMonitor ist ein zukunftsweisendes Instrument mit hohem Potenzial für die bundesweite, sektorenübergreifende und gesundheitsfördernde Planung und Entwicklung unserer Lebenswelten. Wir freuen uns, dieses Projekt gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern aus der Landes- und kommunalen Ebene umsetzen zu können und danken den teilnehmenden Kommunen für die praktische Anwendung in der Testphase vor Ort. Das hohe Engagement aller Beteiligten in dieser Pilotphase ist besonders bemerkenswert. Es laufen nun die Vorbereitungen, das Instrument langfristig allen Kommunen in Deutschland zur Verfügung zu stellen.“

So kann der StadtRaumMonitor eingesetzt werden

Mit dem StadtRaumMonitor erhalten Kommunen ein Instrument, das Bürgerinnen und Bürger aktiv mit einbezieht, um die Stärken und Schwächen beispielsweise in Gemeinden, Stadtteilen oder einzelnen Nachbarschaften zu identifizieren und aufzuzeigen. Mit einem Punktesystem bewertet die teilnehmende Bevölkerung die für ihre Gesundheit relevanten Bereiche ihrer Umgebung, beispielsweise Wohnen und Nachbarschaft, Verkehr, Arbeit und Wirtschaft oder Mitsprache und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Defizite und Verbesserungspotenziale zu benennen und konkrete Vorschläge zu machen. Das Bewertungsinstrument kann online oder in gedruckter Form ausgefüllt werden und bietet unterschiedliche Interaktionsmöglichkeiten, von Straßenbefragungen bis Online-Erhebungen. So erhalten Kommunen wichtige Informationen, die sie in ihre weiteren Planungsprozesse im Rahmen der Gesundheitsförderung sowie der Stadt- und Gemeindeentwicklung im Sinne von Health in All Policies einbeziehen können.

Hintergrund

Initiiert hat die BZgA dieses Pilotprojekt im Rahmen ihrer internationalen Zusammenarbeit im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung. Seit 2018 koordiniert die BZgA für Deutschland das von der EU geförderte Projekt „Joint Action Health Equity Europe“ (JAHEE), an dem 24 europäische Staaten mitwirken. Hauptziele sind die Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit sowie die Verbesserung von Erreichbarkeit und Ansprache spezifischer Zielgruppen. Des Weiteren liegt der Fokus auf der Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten, deren gesundheitsförderliche Ausgestaltung gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wichtiger ist denn je.

Der StadtRaumMonitor basiert auf dem schottischen Place Standard Tool (PST), das mittlerweile auch in den Niederlanden und in Spanien angepasst und genutzt wird. In Deutschland starteten im Juli 2020 zunächst die Städte Bochum und Eschweiler mit der Anwendung des Instruments. Ab Herbst 2020 werden die Stadt Plochingen und die Gemeinde Aidlingen folgen.

Weiterführende Informationen zum StadtRaumMonitor: www.stadtraummonitor.de

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 24.09.2020