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Gesundheit

Suizidales Verhalten von Jugendlichen Zeichen einer großen Not

Eine junge Frau sitzt verzweifelt an einer Mauer
Bild: © Renee Jansoa - Fotolia.com

In psychiatrischen Notfallsituationen zeigen Jugendliche häufig suizidale Verhaltensweisen − oftmals mit lebensbedrohlichen Folgen: Einer aktuellen Studie des statistischen Bundesamtes zur Folge stehen Suizide an zweiter Stelle der Todesursachen bei Jugendlichen.

Dr. Ingo Spitczok von Brisinski, Fachbereichsleiter der  drei Abteilungen für  Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der LVR-Klinik Viersen, ordnet suizidales Verhalten nicht grundsätzlich als psychische Störung ein. Trotzdem sei Vorsicht geboten: "Suizidalität ist oftmals Symptom einer großen Not, die ohne professionelle Hilfe nicht bewältigt werden kann." An dieser Stelle sei ein jugendpsychiatrisches Einschreiten unverzichtbar, ehe es zu lebensbedrohlichen Situationen für die Mädchen und Jungen komme. Prävention sei hier von allergrößter Bedeutung.

Die Behandlung der Mädchen und Jungen sollte möglichst zeitnah nach Bekanntwerden der Gefährdung oder eines Suizidversuchs erfolgen, denn Jugendliche sind oft unmittelbar nach einem Suizidversuch in der Lage, besonders offen über ihre Probleme zu reden. Auch Bezugspersonen wie Eltern oder Geschwister sollten an dieser Stelle angesprochen werden, da der Rückhalt der Familie für die Jugendlichen von entscheidender Bedeutung ist. 
Auslöser für suizidales Verhalten können akute Krisensituationen wie Zeugnisängste, Schwangerschaftsangst oder Liebeskummer sein. Auch andauernde Belastungen wie Mobbing, körperlicher oder sexueller Missbrauch können Suizidgedanken auslösen. In der Regel ist aber nicht ein einzelner Faktor Auslöser für Verhaltensauffälligkeiten, sondern ein Bündel von biologischen und psychologischen Aspekten sowie deren Zusammenspiel, erklärt der Kinder- und Jugendpsychiater Spitczok von Brisinski.

Der kinder- und jugendpsychiatrische Fachbereich mit drei Abteilungen der LVR-Klinik Viersen behandelt das gesamte Spektrum an psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Nach dem Motto "Krisen sind Chancen" rücken nicht die Störungen in den Vordergrund, sondern die Qualitäten und Fähigkeiten der Patienten. Grundlage der therapeutischen und pädagogischen Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit Eltern und Betreuern von Kindern und Jugendlichen. 
Das Deutsche Jugendinstitut hat gerade  eine Publikation zum Thema "Gefährdungen im Jugendalter" herausgegeben. Dort enthalten ist auch der Beitrag "Entwicklungsgefährdende jugendpsychiatrische Störungen" von Dr. Spitczok von Brisinski.

Quelle: PM LVR vom 21.03.2012

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