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Gesundheitsförderung

Neue Regierung in der Verantwortung für Mütter, Väter und Pflegende

Eine erwachsene Person spaziert eine Promenade entland, an jeder Hand mit einem Kind, ein weiteres Kind sitzt auf den Schulter der Person
Bild: Vitolda Klein - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Nach Vereidigung der neuen Regierung fordert das Deutsche Müttergenesungswerk von den Verantwortlichen, insbesondere auch die Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen im Blick zu haben. Denn gerade in der Pandemie sei die Belastungen für Pflege Leistende enorm gestiegen und es bestehe ein dringender Handlungsbedarf.

Die neue Regierung ist vereidigt, der Koalitionsvertrag unterschrieben. Bisher ist noch nicht zu erkennen, wie der Fahrplan der nächsten vier Amtsjahre sich in Bezug auf die Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen konkret entwickeln wird.

 „Im Koalitionsvertrag gibt es zwar einige Hinweise, dass sich etwas für unsere Vorsorge- und Reha-Kliniken im Verbund verbessern könnte, aber deutlich sind sie nicht. Wir werden die Politik immer wieder erinnern müssen“, sagt Yvonne Bovermann, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks.

Eines steht nach Ansicht des Müttergenesungswerks fest: Die Not in den Familien ist inzwischen groß. Die Pandemie-Jahre haben sie schwer belastet. Die Politik darf sie jetzt nicht im Stich lassen.

Die Gesundheit von Familien zu stärken, heißt auch die Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen zu stärken. Und damit auch den Zugang zu Kurmaßnahmen für Vorsorge und Rehabilitation niedrigschwellig zu gewährleisten und gesetzlich abzusichern.

Verbesserung für Zugang zu Kuren in Aussicht

Eindringlich hatte das MGW an die Parteien der Ampel-Fraktionen appelliert, sich in der kommenden Legislatur für die Gesundheit und die Gesunderhaltung der Menschen, die für die Sorgearbeit in den Familien verantwortlich sind, stark zu machen. Nur einige Forderungen sind in den Koalitionsvertrag schlussendlich aufgenommen worden: Die Koalitionsparteien haben sich darauf verständigt, dass der Zugang zu Präventions- und Rehabilitationsverfahren erleichtert werden soll. Für Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen und Maßnahmen für pflegende Angehörige könnte das bedeuten, dass Beratungsstellen finanziert werden und die Krankenkassen nicht mehr ohne medizinisches Gutachten ablehnen dürfen. Auch das Wunsch- und Wahlrecht bei der Auswahl der geeigneten Klinik muss hierfür gestärkt werden.

„Das Müttergenesungswerk wird sich dafür einsetzen, dass die dringend nötigen Verbesserungen bei den Maßnahmen für Mütter, Väter und Pflegende nicht unter den Tisch fallen und entsprechend umgesetzt werden“, betont Bovermann.

Das Müttergenesungswerk begrüßt zudem das Vorhaben, genderspezifische Medizin zu stärken. Die Kurmaßnahmen im Müttergenesungswerk zeichnen sich seit je her durch einen geschlechtsspezifischen Ansatz aus. Die spezifische Situation von Müttern genauso wie von Vätern zu berücksichtigen, ist entscheidend für den Verlauf der Kur und die Förderung der Gesundheit. In den vom Müttergenesungswerk anerkannten Kliniken wird individuell auf die Lebenssituation der Kurteilnehmer(inne)n eingegangen.

„Wir erwarten, dass die Ampel-Koalition sicherstellt, dass die Krankenkassen solche spezifischen Angebote künftig nicht mehr als ‘unwirtschaftlich’ ablehnen können“, hofft Yvonne Bovermann.

Handlungsspielraum der Politik nicht ausgeschöpft

Ein Nationales Gesundheitsziel „Gesundheit der Care-Verantwortlichen: Mütter, Väter, pflegende Angehörige“, wie es das Müttergenesungswerk fordert, hat die Ampel-Koalition vorerst nicht geplant. Zumindest aber eine Verstärkung der Gesundheitsförderung und einen nationalen Präventionsplan. Aber auch hier werden Mütter, Väter und Pflegende nicht eigens genannt.

„Es fällt auf, dass die neue Regierung ihre Vorhaben für die Familien besonders auf die Kinder ausrichtet. Wir werden uns bei der Ministerin Frau Anne Spiegel dafür stark machen, dass die Eltern ebenfalls entsprechend unterstützt und gestärkt werden. Denn das Kindeswohl hängt unmittelbar von dem der Eltern und Sorgetragenden ab“, so die Geschäftsführerin des MGW. „Was Mütter, Väter und Pflegende leisten, ist für die Gesellschaft absolut unverzichtbar.“

Der Bedarf an Kurmaßnahmen wird steigen. Die zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie haben sich schon jetzt negativ auf den Gesundheitszustand der Patient(inn)en in den Kliniken ausgewirkt. Das MGW rechnet mit einem stark steigenden Bedarf nach Präventions- und Rehamaßnahmen von Eltern und pflegenden Angehörigen. Das ganze Ausmaß der gesundheitlichen Folgen wird sich erst zeigen, wenn die Familien wieder etwas Luft haben und Mütter und Väter sich um sich selber kümmern können. Nur eine gezielte Förderung der Beratungsstellen und Kliniken wird sicherstellen, dass Mütter, Väter und Pflegende rechtzeitig etwas für ihre Gesundheit tun können.

Quelle: Deutsches Müttergenesungswerk vom 09.12.2021