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Gesundheit

Mehr Vorschulkinder erhalten Sprachtherapie

Rund 15.000 DAK-versicherte Kinder unter sieben Jahren benötigten vergangenes Jahr eine Sprachtherapie. Damit hat sich die Anzahl der behandelten Kinder in dieser Altersgruppe innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Das ergab eine Auswertung DAK-interner Daten.

Experten empfehlen Sprachtherapie frühestens ab vier

Während für die Vorschulkinder die Verordnungen stiegen, sanken sie dagegen bei den älteren Kindern ab sieben Jahren. „Der Erfolg setzt natürlich schneller ein, wenn man früher mit der Therapie beginnt“, kommentiert Dr. Gerhard Kroschke, beratender Kinderarzt der DAK, diese Entwicklung. „Spätestens zum Schulbeginn sollten Kinder vernünftig sprechen können. Deshalb ist es am sinnvollsten, eine Behandlung zwischen vier und fünf Jahren zu beginnen.

Fünfmal mehr Verordnungen für Kleinkinder

Diese Auffassung scheint in der Praxis nicht überall gängig zu sein: So stieg die Anzahl der behandelten Kleinkinder (bis drei Jahre) von 90 auf 450. „Sicher sind in dieser Altersgruppe Therapien sinnvoll, wenn Kinder zum Beispiel im Mundbereich operiert wurden und dies das Sprechen lernen erschwert oder sogar verhindert. Im Allgemeinen macht es aber nicht viel Sinn, mit einem sonst gesunden Kleinkind eine Sprachtherapie durchzuführen“, kritisiert Kroschke. „Die Kooperationsfähigkeit ist in diesem Alter noch sehr eingeschränkt.“

Kindern Zeit geben, Sprache zu entdecken

Er plädiert vielmehr dafür, Kindern genügend Zeit und Möglichkeiten zu geben, um ihre sprachlichen Fähigkeiten selbst auszubauen. „Wichtig ist, zu Hause viel mit dem Kind zu reden. Diese Aufgabe kann man nicht an Kindertagesstätten oder Sprachtherapeuten delegieren.“

Der DAK-Experte sieht im Sprachdefizit kleiner Kinder und den steigenden Verordnungen in diesem Alter auch einen Zusammenhang zur Integrationsproblematik. „Kinder, deren Eltern kein Deutsch sprechen, weisen öfter Sprachdefizite auf“, so Dr. Kroschke. „In diesen Fällen muss differenziert werden. Eine sprachtherapeutische Behandlung ist hier nicht der richtige Ansatz.“

Durch die Verschiebung der Verordnungen ins Vorschulalter hat sich die Anzahl der therapierten Kinder insgesamt nicht verändert: Rund 41.000 Kinder wurden laut DAK-Statistik vergangenes Jahr behandelt.

Quelle: DAK