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Gesundheit / Ganztagsbildung

Mehr Schulen ohne Mobbing – Olweus-Präventionsprogramm in BW

Zwei Mädchen zeigen mit dem Finger auf einen Jungen
Bild: Stefanolunardi - Fotolia.com

Mobbing kann bei Tätern und Opfern zu Depressionen, Angst, Suizidtendenzen oder Gewalt in Beziehungen führen. Um dieser Form der Gewalt möglichst früh vorzubeugen, hat die Baden-Württemberg Stiftung 2015 das Olweus-Mobbing-Präventionsprogramm eingeführt. Nun haben bis zu 15 weiterführende Schulen im Land erneut die Möglichkeit, am Modellprojekt teilzunehmen.

„Olweus ist die weltweit effektivste Methode gegen ein Problem, das laut Studien jeden vierten Schüler in Europa betrifft“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Seit September 2015 arbeiten ausgewählte Schulen mit dem Olweus-Präventionsprogramm. Es wird im Rahmen des „Aktionsprogramms Psychische Gesundheit von Jugendlichen“ von der Baden-Württemberg Stiftung finanziert.
15 Schulen in ganz Baden-Württemberg haben die Methode bereits erfolgreich eingeführt und den umfangreichen Prozess durchlaufen. Die bislang erhobenen Daten von knapp 6.000 Schülern zeigen eine deutliche Reduktion von Mobbing sowohl auf Opfer- als auch auf Täterseite. Nun sind weitere Schulen aufgefordert, sich bis zum Ende des laufenden Schuljahres für eine Teilnahme zu entscheiden und ihre Schule dauerhaft zur mobbingfreien Zone zu machen.

Bewusstseinswandel braucht Zeit

Rund 18 Monate dauert es, bis Olweus alle Strukturen durchdrungen hat und wie selbstverständlich funktioniert. Das gesamte Lehrerkollegium, Schulsozialarbeiter, alle Schüler und selbst deren Eltern werden stufenweise ins Programm einbezogen und zu Mobbing-Experten ausgebildet. Der Begründer der Methode, Prof. Dr. Dan Olweus, erforscht bereits seit den 1970er Jahren das Thema Mobbing und ist sicher: „Nur dauerhafte Veränderungen in den schulischen Rahmenbedingungen können Mobbing reduzieren.“ Mit seiner Methode wurde an Schulen in Norwegen und in den USA die Zahl der Mobbing-Opfer nachweislich um bis zu 70 Prozent reduziert.

„Wir haben in einer großen wissenschaftlichen Untersuchung nachgewiesen, dass Mobbing an Schulen durch das Olweus Mobbing-Präventionsprogramm deutlich reduziert werden kann. Hierdurch kann auch die psychische Belastung betroffener Schüler deutlich gesenkt werden. Wir hoffen, dass sich viele Schulen zur Teilnahme am Programm entschließen, um Mobbing zu reduzieren und damit jungen Menschen zu helfen", sagt Prof. Dr. Michael Kaess, Sektionsleiter an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg, der das Modellprojekt der Baden-Württemberg Stiftung leitet und die Daten laufend evaluiert.

„Mobbing ist eine Form des Missbrauchs und richtet nachweislich Schäden an. Es war deshalb anfangs leicht für mich, die Kolleginnen und Kollegen für das Programm zu begeistern“, sagt Daniel Hentschel, Lehrer und Olweus-Botschafter am Heinrich Sigmund Gymnasium in Schriesheim. „Die Begeisterung aufrecht zu erhalten, das war allerdings schwierig, denn Olweus ist aufwendig und anspruchsvoll, aber es hat funktioniert.“

Interessierte Lehrer oder Schulleiter erhalten weitere Informationen beim Olweus-Team der Universität Heidelberg: Telefon 06221-5639954, E-Mail: olweus.programm@DontReadMemed.uni-heidelberg.de

Quelle: Baden-Württemberg Stiftung gGmbH vom 15.01.2018

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