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Gesundheit / Kinder- und Jugendpolitik

Kinder und Jugendliche bessere Chancen für bewusste Ernährung und mehr Bewegung ermöglichen

Eine gesunde Mahlzeit
Bild: © Yantra - Fotolia

Das Motto des diesjährigen Weltkindertages lautet „Kinder brauchen Freiräume“. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk rufen Bund, Länder und Kommunen dazu auf, Kinder und Jugendliche stärker zu beteiligen und ihnen mehr Freiräume zu geben. Politik und Gesellschaft sollen dafür die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Die Deutsche Leberstiftung unterstützt die Forderungen speziell für den Bereich Gesundheit, damit Kinder und Jugendliche bessere Chancen für bewusste Ernährung und mehr Bewegung haben.

Ende 2017 veröffentlichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Imperial College London alarmierende Zahlen einer weltweiten Studie: In den letzten vierzig Jahren hat sich die Zahl extrem übergewichtiger Kinder und Jugendlicher auf 124 Millionen erhöht und damit mehr als verzehnfacht. Und dieser Anstieg basiert laut Studienergebnissen nicht auf dem Bevölkerungswachstum – nur zehn Prozent der größeren Zahl an extrem Übergewichtigen sind auf die wachsende Bevölkerung zurückzuführen. 90 Prozent der verzehnfachten Zahl an Fettleibigen von den analysierten 5 bis 19 Jahre alten Kindern und Jugendlichen sind unter anderem die Folge einer Kombination aus Bewegungsmangel und dem Verzehr ungesunder Snacks, Lebensmittel und Getränke.

Deutsche Leberstiftung weist am Weltkindertag auf Fettlebererkrankungen bei Kindern hin

Auch in Deutschland sind die Zahlen hoch: Waren 1975 nur etwa 3 Prozent der Jungen und 2,5 Prozent der Mädchen fettleibig, sind laut den aktuellen WHO-Zahlen 11,2 Prozent der Jungen und 6,9 Prozent der Mädchen extrem übergewichtig. „Wie in fast allen Ländern mit hohem Einkommen stiegen die Zahlen extrem übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland zwar jetzt nicht weiter an, doch auch die Stagnation auf einem viel zu hohen Niveau ist besorgniserregend“, warnt Professor Ulrich Baumann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus der Pädiatrischen Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Hochschule Hannover. „Wie bei Erwachsenen kann auch bei Kindern durch extremes Übergewicht die Leber in Mitleidenschaft gezogen werden und verfetten. In Deutschland ist bereits jeder vierte Bundesbürger über 40 betroffen und bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet an dieser Krankheit – Tendenz steigend.“

Die „nicht-alkoholische Fettleber“ (NAFL) macht sich bei Kindern wie auch bei Erwachsenen nur in seltenen Fällen durch Krankheitssymptome bemerkbar, sie ist jedoch stets ein großes Gesundheitsrisiko: Auch bei Kindern besteht die Gefahr einer Leberentzündung und einer nicht mehr umkehrbaren Vernarbung des Lebergewebes, einer sogenannten Fibrose, die sich zu einer Leberzirrhose entwickeln kann. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist auch bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht.

Werbung beeinflusst Ernährungsverhalten

Für die Therapie gilt: Abnehmen steht an erster Stelle. Und es gilt, Veränderungen im Lebensstil vorzunehmen. Doch es ist schwer für Eltern, ihren Kindern gesunde Ernährung erfolgreich anzubieten, wenn speziell auf Kinder ausgerichtete Werbekampagnen Glück und Spaß durch den Verzehr von Süßigkeiten, zuckerhaltigen Getränken und Fastfood vorgaukeln.

Bereits 2016 forderte die WHO die Bekämpfung von Lebensmittelwerbung für Kinder. Es wird der direkte Zusammenhang aufgezeigt, dass die Fettleibigkeit im Kindesalter durch die zielgerichtete Vermarktung von Lebensmitteln, Snacks und nicht-alkoholischen Getränken mit hohem Anteil an gesättigten Fettsäuren, freien Zuckern oder Salz begünstigt wird. Deshalb unterstreicht die Deutsche Leberstiftung die Forderung zum Weltkindertag, dass Politik und Gesellschaft die notwendigen Voraussetzungen, Freiräume wie auch Präventionen schaffen, sodass Kinder glücklich und gesund leben können.

„Bei jedem extrem übergewichtigen Kind sollten die Leberwerte im Blut (GPT, GOT und gGT) regelmäßig kontrolliert werden. Mit einer frühzeitigen Diagnose, mehr Bewegung, gesunder Ernährung und einer Normalisierung des Körpergewichts können auch bei jungen Patienten die Fettablagerungen in der Leber vollständig zurückgebildet werden", sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Um Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu vermeiden, befürworten wir die Empfehlung der WHO-Kommission, die Exposition von Kindern gegenüber jeglicher Werbung für ungesunde Lebensmittel zu verringern.“

Die Deutsche Leberstiftung bietet unter www.deutsche-leberstiftung.de im Service-Bereich das Informationsblatt „Lebererkrankungen bei Kindern“ zum Download an. Auch „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung thematisiert in der aktualisierten und erweiterten Auflage dieses Themenfeld.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de

Über den Weltkindertag

Anlässlich des Weltkindertags am 20. September entwickeln bundesweit zahlreiche Initiativen unter dem gemeinsamen Motto „Kinder brauchen Freiräume“ Aktionen und machen mit Informationsständen auf die Kinderrechte aufmerksam. Am Sonntag, den 23. September 2018, finden in Berlin und in Köln unter demselben Motto die beiden größten Kinderfeste bundesweit statt. Dazu erwarten UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk jeweils 100.000 Besucherinnen und Besucher rund um den Potsdamer Platz in Berlin und im Kölner Rheingarten.

Quelle: Deutsche Leberstiftung vom 14.09.2018

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