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Gesundheit

Jugendliche als Zielgruppe der Gesundheitsförderung

Ein Fachbeitrag von Beate Großegger befasst sich mit dem Thema Jugend und Gesundheit.

Cover des Buches Jugendliche als Ziel der Gesundheitsförderung/Copyright: Juventa
Cover des Buches
Copyright: JUVENTA Verlag

Fachbeitrag von Dr. Beate Großegger

in: Horst Hackauf, Heike Ohlbrecht (Hg.): Jugend und Gesundheit. Ein Forschungsüberblick (Reihe Jugendforschung des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung der Universität Bielefeld), Weinheim/München 2010 – soeben erschienen im Juventa-Verlag (ISBN: 978-3-7799-1752-6) 
 
 Gesellschaftliche Modernisierungsprozesse bedeuten für Jugendliche nicht nur vielfältige neue Chancen, sondern auch massive Belastungen. Nicht zuletzt deshalb sehen Jugendliche Gesundheit heute vielfach in physischer wie auch mentaler Hinsicht als ein zunehmend bedrohtes Gut. In ihrem persönlichen Alltag sind sie mit steigenden Anforderungen in Ausbildung und Beruf konfrontiert. Daraus erwächst ein Bedürfnis, all das, was im persönlichen Alltag belastet und überfordert, in der Freizeit durch (selbst-)bewusstes Eintauchen in jugendkulturelle Erlebniswelten zu kompensieren. Für diese Jugendlichen ist Gesundheit zwar ein wichtiger Wert, Gesundheitsbewusstsein ist für sie zugleich aber (nach wie vor) ein „langweiliges Wort“. Für die Gesundheitsförderung bedeutet dies eine Herausforderung, der man sich mit innovativen, zielgruppenorientierten Angeboten, die die lebensweltlichen Perspektiven Jugendlicher miteinbeziehen, stellen muss.

Eine vom Institut für Jugendkulturforschung – jugendkultur.at durchgeführte, aus Mitteln des „Fonds Gesundes Österreich“ geförderte und vom BMG ko-finanzierte Grundlagenstudie „Gesundheitsförderung in der Zielgruppe Jugendliche“ beschäftigt sich mit dieser Problematik und untersucht erstmals für Österreich das Gesundheitsverhalten, Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsstile im Segment erlebnisorientierter 14- bis 25-jähriger.

Die Studie ist multimethodisch angelegt und beinhaltet drei Studienmodule:

Modul 1: 

quantitative Erhebung unter 850 Besuchern und Besucherinnen von traditionellen Veranstaltungen (Kirchtag, Fußballmatch, Feuerwehrfest, Jugendverbandsfest) sowie Besuchern und Besucherinnen post-traditioneller Musik- und Funsportevents. Die Stichprobe ist als Quotenstichprobe angelegt, repräsentativ für 14- bis 25-jährige Jugendliche in Österreich (quotiert nach Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte) und beinhaltet zwei ebenfalls repräsentative Teilstichproben für 14- bis 25-jährige im urbanen Raum und in den Regionen, 

Modul 2: 

teilnehmende Beobachtung im Rahmen von vier traditionellen Events und vier post-traditionellen Events, 

Modul 3: 

38 qualitative Interviews mit Besuchern und Besucherinnen der in die Beobachtung einbezogenen Events.

Schlüsselergebnisse dieser Studie liegen mit dem soeben im Grundlagenband „Jugend und Gesundheit“ erschienenen Fachbeitrag von jugendkultur.at-Leiterin Dr. Beate Großegger nunmehr erstmals auch in publizierter Form vor. 
  
Ausgehend von einem qualitativen empirischen Ansatz zeigt Beate Großegger in ihrem Beitrag, wie Jugendliche gesundheitsbewusste Menschen wahrnehmen und welche Konsequenzen sie für ihr eigenes Handeln daraus ableiten. Auf Basis der im Rahmen des Projektes durchgeführten qualitativen Interviews erarbeitet sie eine Typologie der Einstellungen Jugendlicher zu Körper und Gesundheit und verknüpft diese mit Ergebnissen aus dem quantitativen Teil der Studie, in dem u.a. Strategien eines individuellen Gesundheits- und Wohlfühlmanagements im Zielgruppensegment der „postmodernen Party-Jugend“ untersucht wurden.

„Jugend und Gesundheit: ein Forschungsüberblick“

Der von Horst Hackauf und Heike Ohlbrecht herausgegebene, über 320 Seiten starke Sammelband „Jugend und Gesundheit“ bietet ausführliche Beiträge von ausgewiesenen wissenschaftlichen ExpertInnen und eröffnet dabei eine Blick auf drei relevante Themenbereiche:

Teil 1 widmet sich dem Bereich „Ungleichheit und Gesundheit im Jugendalter“ und und präsentiert aktuelle Studienergebnisse im internationalen Vergleich. 

Teil 2 beschäftigt sich unter dem Titel „Gesundheitliche Konsequenzen von jugendlichen Lebenswelten“ mit jugendlichen Alltagskulturen und Lebensräumen in ihren Auswirkungen auf Gesundheit. 

Teil 3 umreißt Aufgaben und Herausforderungen, mit denen sich die Gesundheitsförderung in der Zielgruppe Jugendliche konfrontiert sieht und zeigt, wie Gesundheitsförderung, die an lebensweltliche Perspektiven Jugendlicher anschlussfähig ist, auf spezielle Risikogruppen reagieren kann, aber auch wie Resilienzförderung im Jugendalter bei der Gesellschaft der Gleichaltrigen ansetzen und Stärken der Peer-Beziehungen nutzen kann.

Das Buch ist ab sofort im Buchhandel erhältlich: 

Horst Hackauf, Heike Ohlbrecht (Hg.): Jugend und Gesundheit. Ein Forschungsüberblick (Reihe Jugendforschung des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung der Universität Bielefeld). Weinheim/München: Juventa. 2010 – ISBN: 978-3-7799-1752-6 

Quelle: Institut für Jugendkulturforschung

 

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