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Gesundheit / Forschung

Hygienischer Betrieb von Wasserspendern: Fachgerechte Handhabung und Pflege kann Keimvermehrung verringern

Wasser
Bild: © Amir Kaljikovic - Fotolia.com

Wasserspender sind weit verbreitet und werden von Menschen oft genutzt, um ihren Durst zu stillen. Da Wasser jedoch grundsätzlich nicht frei von Keimen ist, kann der Keimgehalt in freistehenden Wasserspendern, d. h. in Geräten, die nicht an die Trinkwasserleitung eines Gebäudes angeschlossen sind und wiederverwendbare  Wasserbehälter verwenden, insbesondere bei erhöhten Umgebungstemperaturen ansteigen. Darüber hinaus kann das Wasser durch verschmutzte Zapfanlagen verunreinigt werden. Der Konsum besonders keimhaltigen Wassers kann für Menschen mit geschwächten Abwehrkräften zu einem Gesundheitsrisiko werden.

„Der sachgerechte Umgang mit freistehenden Wasserspendern ist daher unverzichtbar“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Personen, die in ihren Räumen wie Arztpraxen, Geschäften oder öffentlichen Gebäuden Wasserspender aufstellen, haben deshalb eine besondere Verantwortung. „Sie müssen dafür Sorge tragen, dass die Wasserspender so betrieben werden, dass das Wasser nicht nachteilig beeinflusst wird.“ Das BfR hat unter Mitarbeit der BfR-Kommission für Hygiene ein Merkblatt zum hygienischen Betrieb von freistehenden Wassenspendern (pdf 439 KB) mit Empfehlungen für die richtige Aufstellung und Pflege erstellt.

Wasserspender in öffentlichen Gebäuden

In vielen Arztpraxen, Geschäften und öffentlichen Gebäuden stehen freistehende Wasserspender, bei denen sich abgefülltes Wasser in wiederverwendbaren Behältern befindet. Durch hohe Umgebungstemperaturen können sich im Wasser vorhandene Bakterien vermehren. Außerdem ist es möglich, dass durch verunreinigte Zapfanlagen Krankheitserreger in das abgefüllte Wasser gelangen. Deshalb sind Geräte zu bevorzugen, die keinen frei zugänglichen Zapfhahn besitzen. Um hohe Keimgehalte im gezapften Wasser zu vermeiden, empfiehlt das BfR in seinem Merkblatt, die entsprechenden Geräte in trockenen und staubarmen Räumen fern von Heizquellen und direkter Sonneneinstrahlung aufzustellen. Weiterhin sind Wasserspender nach Angaben der jeweiligen Hersteller durch eingewiesenes Personal zu reinigen und zu desinfizieren. Die Häufigkeit der notwendigen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen ist abhängig vom Gerät, Standort und der Nutzungsintensität.

Maßnahmen zur Risikominimierung 

Besonders in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen, in denen die Wasser-Konsumenten erkrankungs- oder altersbedingt Immun- bzw. Abwehrschwächen aufweisen, sollten zudem Wasserspender bevorzugt werden, die direkt an die Trinkwasserleitung des Gebäudes angeschlossen werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Reinigungs- und Desinfektionsfrequenz erhöht werden. 

Grundsätzlich sollten die in der Betriebsanleitung festgelegten Anweisungen des Herstellers zur Aufstellung, Bedienung, Reinigung, Desinfektion und Wartung der jeweiligen Geräte beachtet werden. Außerdem rät das BfR den Betreibern von freistehenden Wasserspendern, alle Maßnahmen zur Risikominimierung ausreichend zu dokumentieren bzw. durch die Wartungsfirma dokumentieren zu lassen. Im Bedarfsfall sollten diese Unterlagen den zuständigen Behörden vorgelegt werden können.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen. In diesem Jahr feiert das BfR sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat das BfR eine Jubiläumsbroschüre (pdf 5,7 MB) herausgegeben, die online zur Verfügung steht. 

Quelle: Bundesamt für Risikobewertung vom 13.12.2017

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