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Gesundheit

Feinstäube und Stickstoffdioxid gefährden die Kindergesundheit

Auuspuff eines Autos setzt Abgas frei
Bild: Simone Ramella   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung CC BY 3.0

Der Vorstand der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) hat sich von der Stellungnahme zur Gesundheitsgefährdung durch umweltbedingte Luftverschmutzung, insbesondere Feinstaub und Stickstoffverbindungen, distanziert, die durch Prof. Köhler und 112 Lungenfachärzte veröffentlicht wurde.

Der Vorstand der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V. (GPA) unterstützt die Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der European Respiratory Society (ERS), des internationalen Forums der pneumologischen Fachgesellschaften (FIRS) und der World Health Organisation (WHO), die die Belastung mit Luftschadstoffen als eine der wesentlichen Gesundheitsgefährdungen für Menschen insbesondere Kinder- und Jugendliche einschätzen.

Mediziner beziehen wissenschaftlich fundiert Position

„In der laufenden Debatte beziehen wir als Kinder- und Jugendärzte, Kinderpneumologen, Allergologen und Umweltmediziner klar und wissenschaftlich fundiert Position: Kinder sind die zukünftigen Erwachsenen von morgen, Schädigungen ihrer in Wachstum und Reifung befindlichen Organe können teilweise zeitlebens nicht mehr wettgemacht werden.“

Diese Aussagen gelten in Kenntnis vieler aktueller Untersuchungen, die meisten davon sind in der WHO-Publikation „Luftverschmutzung und Kindergesundheit“ vom Oktober 2018 erfasst. Studien mit Kindern belegen z.B., dass schon NO2– Konzentration größer 20 µg/m³ in der Außenluft zu vermehrten Hospitalisierungen wegen schweren unteren Atemwegsinfektionen führen, die Folgeerkrankungen der Lunge und Atemwege verursachen. Zudem erhöht die Exposition mit Luftschadstoffen das Risiko von Kindern, Asthma zu entwickeln. Eine kürzlich in Südengland veröffentlichte Studie erfasste die Belastung mit Luftschadstoffen wie Feinstäuben und NO2 bei Babys, die in ihren Kinderwägen an viel befahrenen Straßen entlang geschoben werden mit dem Resultat, dass diese bis zu 60% mehr Schadstoffe inhalierten als begleitende Erwachsene. Dies kann sich auch auf die neurologische Entwicklung negativ auswirken, wie die WHO-Publikation anhand weiterer Studien nachweist.

Forderung nach strikter Einhaltung der EU-Grenzwerte

„Deshalb und aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes beharren wir auf der Forderung nach strikter Einhaltung der rechtlich verbindlichen EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid sowie weiteren Untersuchungen, ob und wie diese in den kommenden Jahren weiter abgesenkt werden müssen“, so die GPA.

Der Vorstand betonte weiter: „In Synopsis der eindeutigen wissenschaftlichen Datenlage, die zeigt, dass Luftschadstoffe die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gefährden, lehnen wir die undifferenzierte Stellungnahme der Kollegen ab. Denn die Fachgesellschaften haben auch die methodische Kritik an der Festlegung von Grenzwerten widerlegt und halten die Behauptung, dass Luftschadstoffe keine gesundheitliche Auswirkung haben, in keiner Weise für begründet. Die öffentliche Verleugnung einer erdrückenden Datenlage verletzt nach Auffassung des Vorstandes der GPA e.V. die Grundlagen wissenschaftlichen Diskurses und ärztlichen Handelns.“

Am 30.1.2019 verfasst von Dr. med. Thomas Lob-Corzilius und PD Dr. med. Tobias Ankermann und konsentiert mit dem Vorstand der GPA e.V.

Quelle: Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V. vom 30.01.2019

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