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Gesundheit

Studie: Übergewicht – schon früh geprägt?

Ein Baby bekommt Brei gefüttert
Bild: © Vojtech Vlk - Fotolia.com

Ein internationales Projekt erforscht Risikofaktoren für Übergewicht und spätere Gesundheit durch frühkindliche Ernährung.

Das Klinikum der Universität München koordiniert ein großes internationales Forschungsprogramm mit dem Ziel, sehr frühe Risikofaktoren für Übergewicht und damit verbundene chronische Erkrankungen zu erforschen. Im Rahmen des Projekts „EarlyNutrition“ sollen Empfehlungen für eine optimale Ernährung in Schwangerschaft und Kindheit entwickelt werden, damit die Gesundheit langfristig positiv beeinflusst werden kann.

Das Projekt wird durch die Europäischen Kommission mit ca. neun Millionen Euro gefördert, durch zusätzliche Mittel der australischen Forschungsförderung und von privaten Förderern wird ein Gesamtbudget von mehr als elf Millionen Euro erreicht.

Ende März 2012 hat die aktive Phase des Forschungsprogramms EarlyNutrition (www.project-earlynutrition.eu) begonnen. Das internationale Konsortium setzt sich aus führenden Wissenschaftlern aus dem Gebiet der frühen Ernährung zusammen. Ebenso beteiligen sich klein- und mittelständische Betriebe aus Europa sowie die Nahrungsmittelindustrie. „Wir untersuchen Risikofaktoren während der Schwangerschaft und der frühen Kindheit, die späteres Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen begünstigen. Wir legen den Schwerpunkt auf Übergewicht, da es hier sehr überzeugende Daten für starke Einflüsse der Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit und früher Kindheit auf die spätere Gesundheit gibt“, sagt Prof. Berthold Koletzko, Dr. von Haunersches Kinderspital der Universität München. Er leitet als Projektkoordinator die internationale Forschungsgruppe.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt Übergewicht, Adipositas und ihre Folgeerkrankungen schon jetzt unter den häufigsten Todesursachen weltweit: 44 Prozent der Diabetes-Fälle, 23 Prozent der koronaren Herzerkrankungen und bis zu 41 Prozent bestimmter Krebserkrankungen sind auf Übergewicht und Fettleibigkeit zurückzuführen. Im Jahr 2010 waren 43 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig, mit weiter stark steigender Tendenz. Auch Fettleibigkeit im Kindesalter erhöht stark das Risiko für spätere chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Prof. Koletzko: "Die Häufigkeit von Fettleibigkeit in der Bevölkerung insgesamt und besonders auch bei Kindern hat in den letzten drei Jahrzehnten weltweit rasant zugenommen. Diese globale Epidemie verursacht ernste Belastungen für die Betroffenen und ihre Familien, aber auch für die entstehenden Kosten im Gesundheitswesen. Deshalb ist es dringend notwendig, effektive Strategien für eine wirksame Prävention zu entwickeln und anzuwenden."

Diesem Ziel sind die Wissenschaftler durch das kürzlich abgeschlossene „Early Nutrition Programming Project“ (EARNEST) nähergekommen. Sie konnten bestätigten, dass frühkindliche Ernährung und Lebensführung starke, längerfristig prägende Auswirkungen auf spätere Gesundheit und Krankheitsrisiken ausüben. Im neuen EarlyNutrition-Forschungsprojekt untersuchen die Forscher der Universität München und ihre Partner aktuelle Schlüsselfragen zu den Mechanismen frühkindlicher Prägung auf Übergewicht und Adipositas und Chancen gezielter Interventionen. Dabei fokussieren sie ihre Arbeit auf Frauen vor und in der Schwangerschaft, Stillende sowie auf Säuglinge und Kleinkinder. Unter Verwendung modernster methodischer Ansätze werden die Entwicklung von Fettleibigkeit fördernde Einflussfaktoren durch klinische, epidemiologische, experimentelle und molekularbiologische Forschung charakterisiert. Ganz besonders sollen die Elemente der Ernährungsweise vor und nach der Geburt präzise erfasst werden, die einen wirksamen Beitrag zur Vorbeugung späteren Übergewichts leisten können. Hierdurch können Grundlagen für in Europa und darüber hinaus nutzbare Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Lebensweise gelegt werden, mit einem großen Nutzen für die Gesundheit der Bevölkerung sowie für die Einsparung vermeidbarer Kosten. Diese Empfehlungen können bei der Auswahl von Lebensmitteln helfen und gegebenenfalls auch zu verbesserten Produkten führen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.

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