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Gesundheit

Deutlich weniger Fälle von "Koma-Trinken" - Präventionsarbeit zeigt erste Erfolge

Flaschen mit alkholischen Getränken
Bild: geralt / pixabay.com

Laut des saarländischen Staatssekretär Kolling soll die Präventionsarbeit bei Kindern und Jugendlichen hinsichtlich Alkoholkonsum und -missbrauch auch in Zukunft intensiviert werden.

"Unsere Präventionsarbeit zeigt erste Erfolge, damit scheint beim sogenannten "Koma-Trinken" junger Menschen jetzt eine Trendwende geschafft zu sein", kommentierte Stephan Kolling, Staatssekretär im saarländischen Gesundheitsministerium, die aktuellen Daten aus der Krankenhausdiagnosestatistik. Danach war 2013 die Zahl der Saarländerinnen und Saarländer zwischen zehn und 20 Jahren, die mit der Diagnose "akute Alkoholintoxikation" in einer Klinik behandelt worden sind, rund 20 Prozent niedriger als 2012.  Besonders erfreulich sei, dass es 2013 bei den Kindern zwischen 10 und 15 Jahren knapp ein Viertel weniger Fälle von Alkoholmissbrauch gab als im Vorjahr. "45 Fälle, 18 Jungen und 27 Mädchen, sind zwar immer noch 45 Fälle zu viel. Der Rückgang zeigt aber, dass unsere Präventionsprogramme greifen", so der Staatssekretär. Im Jahr 2008 waren in dieser Altersgruppe noch 77 Krankenhauseinweisungen notwendig.

Damit ist im Saarland ein überdurchschnittlicher Rückgang zu verzeichnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt worden sind, bundesweit um 12,8 Prozent zurückgegangen. Nachdem 2012 noch 429 Jugendliche und junge Erwachsene unter 20 Jahren wegen einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt worden waren, waren es 2013 nur noch 344. Damit war bei den 15- bis 20-Jährigen der Rückgang mit knapp 20 Prozent zwar nicht ganz so stark, aber immer noch deutlich. Dies sei aber, so Staatssekretär Kolling, noch kein Grund zur Entwarnung.

Zwar sei die Zahl der stationären Krankenhausaufenthalte zurückgegangen wie die Krankenhausdiagnosestatistik zeigt, doch sei die Zahl der Kinder, die wegen einer schweren Alkoholvergiftung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht worden sind, in den letzten Jahren in etwa gleich geblieben. "Im Schnitt der letzten beiden Jahre musste im Saarland alle zwei Wochen (15 Tage) ein Kind oder Jugendlicher wegen einer lebensbedrohlichen Beeinträchtigung des Bewusstseins aufgrund einer Intoxikation mit Alkohol notfallmedizinisch versorgt werden", so Kolling.

Im Saarland ist Suchtprävention die Aufgabe des Landesinstituts für Präventives Handeln in St. Ingbert, das zum Geschäftsbereich des Gesundheitsministeriums gehört und verschiedene Projekte zur Prävention und Frühintervention plant, durchführt oder koordiniert:

  • Seit Februar 2014 gibt es das Projekt "7 aus 14",  das praxisorientiert den Jugendschutz in verschiedenen Situationen wie Dorf-, Stadt- und Vereinsfesten, im Karneval oder bei  Sport- und Jugendveranstaltungen stärken soll.
  • Seit 2008  wird das Projekt HaLT in Neunkirchen vom  Caritasverband Neunkirchen in Kooperation mit den Beratungsstellen in St. Wendel und Homburg durchgeführt das sowohl aktive Präventionsarbeit beinhaltet als auch Kinder und Jugendliche nach einem Krankenhausaufenthalt wegen Komatrinkens vor Rückfällen schützen soll.
  • Das Projekt Wiesel des Caritasverbandes Neunkirchen soll helfen, die Auswirkungen der elterlichen Alkohol- oder sonstigen Suchtmittelabhängigkeit auf das Befinden und die Entwicklung der Kindern und Jugendlichen abzumildern. Beide Projekte werden vom Land gefördert
  • Mit dem Projekt BOB werden jugendliche Autofahrer für die Gefahren von Alkohol am Steuer sensibilisiert. Unter dem Motto "Wer fährt, trinkt nicht" bleibt eine Person nüchtern und lenkt den Wagen. Nachtfahrbusse bringen Jugendliche sicher zu ihren Wohnorten.

"Die aktuellen Zahlen ermutigen uns, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die Präventionsarbeit gerade bei den Kindern und Jugendlichen zu intensivieren", so Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling abschließend.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Saarland vom 10.02.2015