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Gesundheit / Sozialpolitik

BzgA feiert Geburtstag: Gesundheitliche Aufklärung seit 50 Jahren

Zwei bunt bemalte Kinderhände schauen hinter einer Hecke Blumen hervor
Bild: © Sunny studio - Fotolia.com

Mehr Gesundheit - das ist das Ziel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung seit nunmehr 50 Jahren. Sie informiert und berät über Infektionskrankheiten und Süchte, klärt auf über Organspende und Sexualität, macht auf gesundheitsschädliches Verhalten aufmerksam und will helfen, Krankheiten zu vermeiden.

Am 20. Juli 1967 wurde sie gegründet: die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Seitdem verfolgt sie das Ziel, Gesundheitsrisiken vorzubeugen und gesundheitsfördernde Lebensweisen zu unterstützen. Gesundheitliche Aufklärung will heute vor allem eigenverantwortliches Handeln für die Gesundheit ermöglichen. Kampagnen, Internetseiten, Broschüren, Unterrichtsmaterialien zu den unterschiedlichsten Themen dienen diesem Ziel. „Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Gesundheitswesens geworden. Seit 50 Jahren informiert sie Bürgerinnen und Bürger mit großem Einsatz - und oft auch mit Humor - zu wichtigen Gesundheitsfragen. Dabei hat sie bewiesen: Gesundheitsförderung wirkt!“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zum 50. Geburtstag.

„Gib Aids keine Chance“

Viele kennen eine der größten und umfassendsten Kampagnen zur Gesundheitsförderung in Deutschland: „Gib Aids keine Chance“. Sie startete 1987 und steht modellhaft für eine erfolgreiche, bundesweit öffentlichkeitswirksame Präventionsstrategie. Von Anfang an kombinierte sie verschiedene Kommunikationsmaßnahmen. Sie wendet sich gezielt an die unterschiedlichen Bevölkerungs- und Betroffenengruppen.

Seit 2016 läuft die Kampagne unter dem Motto „Liebesleben“Denn neben HIV will die Bundeszentrale auch über andere sexuell übertragbare Infektionen aufklären.

Dass die Kampagne Wirkung zeigt, belegen die Zahlen: Nach drei Jahrzehnten Aids-Aufklärung hat Deutschland bei den HIV-Infektionszahlen im europäischen Vergleich eine niedrige Neuinfektionsrate. Immer mehr Menschen schützen sich mit Kondomen: Waren es 1988 rund 54 Prozent der über 16-Jährigen, sind es heute 91 Prozent.

Gut aufgeklärt dank der Bundeszentrale

Nicht nur Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten ist Thema der BZgA, sondern Sexualität und Familienplanung insgesamt. Familienministerin Katarina Barley betont: „Junge Menschen sollen über ihr Leben und Lieben selbst bestimmen können. Dass sich Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland gut aufgeklärt fühlen, ist ein Erfolg, den wir ganz besonders der Arbeit der BZgA zu verdanken haben. Seit einem halben Jahrhundert vermittelt sie einen guten Zugang zu allen Fragen rund um Sexualität und Familienplanung. Das ist ein Auftrag, der in Zeiten moderner und schneller Medien nicht unbedingt leichter geworden ist.“

Ohne Sucht leben 

Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld der BZgA ist es, über die Gefahren von Nikotin, Alkohol und anderen Drogen aufzuklären. Sie wirbt für ein rauch- und suchtfreies Leben.

Auch hier wirkt die Aufklärung. Ein Beispiel ist die seit 2002 laufende „rauchfrei“-Jugendkampagne. Sie wendet sich an unter 18-Jährige. Mittlerweile rauchen so wenige 12- bis 17- Jährige wie noch nie. Rauchten 2001 noch 28 Prozent dieser Altersgruppe, waren es 2015 nur noch knapp acht Prozent.

Auch der Alkoholkonsum junger Menschen ist rückläufig. 2016 tranken nur noch halb so viele 12- bis 17-Jährige mindestens einmal pro Woche Alkohol wie zwölf Jahre vorher. 2004 taten es noch rund 21 Prozent. Ein Grund: die Alkohol-Präventionskampagne „Alkohol? Kenn Dein Limit.“, die Jugendliche und junge Erwachsene anspricht.

Krankheiten  verhindern - Prävention stärken 

Impfen ist einfach und gleichzeitig außerordentlich wirksam, um sich vor Krankheiten zu schützen. Mit der Kampagne „Deutschland sucht den Impfpass“ ruft die BZgA dazu auf, regelmäßig den Impfstatus zu überprüfen und auffrischen zu lassen. Das Internetportal www.impfen-info.de informiert über alle Fragen rund um das Impfen.

Diabetes, Bluthochdruck oder Rückenleiden: Lebensstilbedingte Krankheiten lassen sich durch Prävention oft eindämmen oder gar ganz vermeiden. Präventionsarbeit ist daher wichtig. Dank des Präventionsgesetzes von 2015 stehen der BZgA hierfür ausreichend Mittel zur Verfügung. Prävention kann nun dort ansetzen, wo Menschen zusammenkommen - in Kitas, Schulen, am Arbeitsplatz, im Stadtteil oder im Pflegeheim.

Die BZgA hat mit dem Präventionsgesetz neue, zusätzliche Aufgaben übernommen. Zum Beispiel die Geschäftsstelle der Nationalen Präventionskonferenz. Sie erarbeitet die Nationale Präventionsstrategie. Außerdem unterstützt die BZgA die gesetzlichen Krankenkassen bei ihrer Präventionsarbeit.

Viele Aufgaben - viele Aktivitäten 

Ob Blut- oder Organspenden, Übergewicht bei Kindern, Hinweise für ein gesundes Alter: Die BZgA stellt umfassendes Informationsmaterial zur Verfügung. Die Bundeszentrale betreibt Internetseiten zu den verschiedensten Themen – beispielsweise zum gesund älter werden, zum Drogenkonsum, zur Organspende oder das Informationsportal www.kindergesundheit-info.de sowie andere mehr.

Sie hält Broschüren, Unterrichtsmaterialien, Filme, Plakate, Ausstellungen und Arbeitsmappen bereit – man kann sie meist kostenlos bei der BZgA bestellen.

Wer mehr wissen will: www.bzga.de

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 20.07.2017

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