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Gesundheit / Familienforschung

Bundesweite Befragung zu den Ernährungsgewohnheiten junger Familien

Mädchen mag kein Gemüse
Bild: © gpointstudio - Fotolia.com

Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig startet eine bundesweite Befragung. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Fragen: Welche Einstellungen haben junge Familien, werdende Eltern und Paare mit Kinderwunsch zur Ernährung? Was kommt auf den Tisch? Aber auch der Konsum von Medien soll erfragt werden.

Lange Zeit wurde Ernährung vor allem aus einer naturwissenschaftlichen und medizinischen Perspektive erforscht: Risikofaktoren, Vermeidung von Krankheiten oder Inhaltsstoffe von Nahrung. "Wir möchten indes eher etwas über die Motivation der Menschen herausfinden: Was denken Menschen über Essen und Trinken? Warum kaufen Sie bestimmte Produkte? Und wem vertrauen die Konsumenten, wenn es um gesunde Ernährung geht?", sagt Dr. Tobias D. Höhn vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Seine Untersuchung fokussiert eine sozialwissenschaftliche Betrachtung.

Zur Teilnahme an der etwa 15-minütigen Online-Befragung sind alle Eltern mit Kind/Kindern bis sechs Jahre, werdende Eltern und Paare mit Kinderwunsch aufgerufen.

"Diese Bevölkerungsgruppen werden einerseits aktiv von den Herstellern umworben, und es gibt gerade auf dem Zeitschriftenmarkt etliche spezielle Angebote für junge Familien. Andererseits suchen auch viele Eltern sowie werdende Mütter und Väter nach Informationen - im Internet, bei Freunden oder Hebammen und Ärzten", so Höhn. Die bevorstehende Geburt eines Kindes sei ein Lebensereignis, bei dem viele ihre bisherigen Verhaltensweisen überdenken, weil sie neue Verantwortung übernehmen. Gleichwohl sei diese Zielgruppe in der Forschung zur Ernährungskommunikation bislang wenig bedacht.

Abgefragt wird auch der Medienkonsum der Teilnehmer, da Ernährung in den Massenmedien einen steigenden Stellenwert einnimmt - von der Berichterstattung über Lebensmittelskandale über Ratgeberformate bis hin zu Unterhaltungsformaten wie Talkshows, Kochsendungen und Daily-Soaps. "Es geht ausdrücklich nicht darum, monokausale Wirkungszusammenhänge aufzuzeigen wie 'Wer RTL schaut, isst ungesünder als die Leser der FAZ'. Vielmehr wollen wir Informationswege nachzeichnen und unterschiedliche Kommunikationsebenen herausarbeiten", erklärt Höhn.

Der Online-Befragung schließt sich eine Inhaltsanalyse ausgewählter Medien an, um zu prüfen, wie in Printtiteln, TV und Social Media über Ernährung berichtet und diskutiert wird und welches Bild den Verbrauchern damit vermittelt wird. Am Ende sollen Hinweise für eine effizientere und effektivere Wissenschaftskommunikation unter dem Aspekt "Gesunde Ernährung" abgeleitet werden. "Dabei handelt es sich um eine inter- und transdisziplinäre Aufgabe", betont Prof. Dr. Peggy Braun, die Direktorin des Instituts für Lebensmittelhygiene der Universität Leipzig und Mitglied des Steering-Komitees von nturiCARD. Denn Ernährung habe auch volkswirtschaftlich große Relevanz: Rund 30 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen entfielen auf ernährungsbedingte Krankheiten. "Vor dem Hintergrund, dass nach den Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zu 80 Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Änderungen von Ernährung und Lebensstil vermieden werden könnten, erhält die Modulation der westlichen Ernährung, welche reich an Energie, gesättigtem Fett, Salz und raffinierten Zuckern ist, einen besonderen Stellenwert in der Prävention", sagt Braun.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit nutriCARD unter Federführung der Universitäten Leipzig, Halle und Jena verfolgt das Ziel, das Ernährungsverhalten und die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.

Quelle: Universität Leipzig vom 04.02.2016

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