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Bei Zeckenbiss gleich handeln – Risiken nicht unterschätzen

Kind spielt alleine im Wald
Bild: © Maria Sbytova - fotolia.com

Im Frühling werden Zecken wieder aktiv. Sie übertragen verschiedene Infektionserkrankungen, die ärztlich behandelt werden müssen. Deshalb sollten Zeckenstiche möglichst vorgebeugt werden. Hilfreiche Tipps, wie man Zeckenstiche vermeidet und was zu tun ist, falls man gestochen wird, gibt Bundesarzt Prof. Sefrin vom Deutschen Roten Kreuz. Er rät insbesondere in den Risikogebieten zu einer Impfung.

Mit dem Frühling kommen die Zecken. Ein Stich kann schlimme Folgen haben. Doch: „Panik ist definitiv nicht angebracht“, sagt DRK-Bundesarzt Prof. Sefrin, „dennoch sollte man Zecken-'Bisse' möglichst vermeiden und bei Symptomen sofort handeln“. Sefrin gibt folgende Tipps:

Kein Verlass auf gängige Zeckenschutzmittel

Bei Spaziergängen und Wandertouren sollte darauf geachtet werden, helle Kleidung zu tragen, auf der man die Zecken sieht. Lange Hosen mit geschlossenem Schuhwerk sind unbedingt zu empfehlen, dazu ein langärmeliges Shirt. Das macht es den Tierchen schwerer, überhaupt unter die Kleidung zu kommen. Auf gängige Zeckenschutzmittel sollte man sich besser nicht verlassen, so Sefrin, deren Wirkung sei wissenschaftlich nicht ausreichend bewiesen.

Zecken richtig entfernen

Zecken halten sich in hohem Gras oder im Unterholz bevorzugt auf. Nach jedem Ausflug in der Natur ist es sinnvoll, den Körper sorgfältig abzusuchen. Zecken können sich im Prinzip überall festsaugen, bevorzugen jedoch Hautfalten, Achselhöhlen und behaarte Körperstellen. Insbesondere dort sollte man besonders gründlich nachsehen, betont Sefrin. Der Arzt mahnt: „Lässt sich dann tatsächlich ein solches Spinnentierchen ausmachen – Finger weg von jeder Form von „Hausmitteln'. In der Apotheke gibt es spezielle Zeckenzangen und -karten. Diese entfernen das Tier, ohne es zu drehen und zu quetschen und halten so die Infektionsgefahr geringer. Gerade die Karten sind äußerst handlich und passen gut in die Hosentasche, ebenso wie ein Paar Einmalhandschuhe, die möglichst immer beim Zeckenentfernen getragen werden sollten. So wird man die lästigen Tiere auch bei einer kurzen Rast unterwegs einfach los.“

Zeckenstiche beobachten

Zeckenstiche an seien, laut Sefrin, grundsätzlich nicht gefährlich. Allerdings kann es zur Übertragung von Infektionserkrankungen kommen. Deshalb empfiehlt der Arzt: „Beobachten Sie die Stichstelle. Wenn sich ein roter Hof um diese bildet, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Im ungünstigsten Fall kann es zu einer FSME (Frühsommer-Gehirnhautentzündung) oder Borreliose kommen.“ Die ersten Symptome, wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen ähneln sich bei diesen Krankheiten. Beide müssen ärztlich behandelt werden. Gegen das FSME-Virus kann man nicht ursächlich vorgehen, es werden aber die Symptome gelindert. Deshalb ist gerade in Risikogebieten (unter anderem Teile Süddeutschlands) eine Impfung sinnvoll. Die Impfung wird von den meisten Krankenkassen bezahlt und schützt drei Jahre. Speziell in den gefährdeten Regionen lohne es sich, die Impfung beim Hausarzt anzusprechen, so Sefrin.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz e.V. vom 10.04.2018