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Gesundheit

Alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen gehen das dritte Jahre in Folge zurück

Leere Spirituosenflasche

Im Jahr 2012 mussten 3.661 Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 19 Jahren in Baden-Württemberg wegen einer alkoholbedingten Erkrankung vollstationär behandelt werden. Dies waren 6,5 Prozent weniger als noch im Jahr 2011.

Im Vergleich zum Jahr 2011 ging im Jahr 2012 die Zahl der männlichen Behandlungsfälle um 176 Fälle auf 2.259, die der weiblichen Behandlungsfälle um 79 auf 1.402 zurück. Sechs von zehn Behandlungen mussten beim sogenannten "starken Geschlecht" durchgeführt werden.

Bezogen auf die Behandlungszahlen der unter 20-Jährigen war die Hälfte der Patienten 16 Jahre alt oder jünger. Drei von zehn Patienten hatten sogar noch nicht einmal das 16. Lebensjahr erreicht. Prozentual gesehen gab es aber bei den 11- und 12-Jährigen – allerdings ausgehend von einer relativ geringen Fallzahl – den größten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr: Hier nahm die Zahl der Behandlungen um 37,5 Prozent bzw. 32,6 Prozent ab. Während durchgängig bei allen Altersgruppen ein Rückgang der Behandlungszahlen verzeichnet werden konnte, ist die Anzahl der Behandlungen bei den 13-Jährigen im Jahr 2012 dagegen unverändert geblieben; darüber hinaus mussten in dieser Altersgruppe wie auch in der Altersgruppe der 14-Jährigen mehr Mädchen als Jungen behandelt werden. Allerdings ist es immer noch so, dass das »kritische« Alter hinsichtlich eines alkoholbedingten Krankenhausaufenthalts bei 16 Jahren liegt. Nahezu jede/r fünfte jugendliche Patient/in, der auf Grund von Alkoholproblemen in einem Krankenhaus behandelt werden musste, war 16 Jahre alt. Im Jahr 2001 lag das "kritische" Alter noch bei 18 Jahren; fast jeder sechste alkoholbedingte behandelte Patient/in war 18 Jahre alt.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hat sich – trotz des erfreulichen Rückgangs im Vergleich zum Jahr 2011 – die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen innerhalb der letzten zwölf Jahre mehr als verdoppelt. Der Anteil der männlichen und weiblichen Patienten hingegen hat sich im Zeitablauf nur geringfügig verändert: Waren 2001 noch 63,8 Prozent aller jungen Patienten männlich, lag der Anteil im Jahr 2012 bei 61,7 Prozent.

Auch unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung ergibt sich ein ähnliches Bild. Mussten im Jahr 2001 noch 212 je 100.000 13- bis 19-jährige Baden-Württemberger behandelt werden, waren es im Jahr 2012 mit 441 je 100.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr als doppelt so viele. Vor allem bei den 16- und 17-Jährigen hat die Anzahl der Behandlungen je 100.000 Jugendlicher in diesen Altersgruppen deutlich zugenommen.

Deutliche Unterschiede sind auch auf Kreisebene zu beobachten. So mussten im vergangenen Jahr aus dem Main-Tauber-Kreis mit 650, aus dem Landkreis Ravensburg mit 626 und aus dem Landkreis Waldshut mit 625 je 100.000 13- bis 19-Jährige deutlich mehr Jugendliche auf Grund von Alkoholproblemen in einem Krankenhaus vollstationär behandelt werden als im Landesdurchschnitt. Auch der Bodenseekreis und der Schwarzwald-Baar-Kreis fallen durch überdurchschnittlich hohe Behandlungsziffern der dort wohnenden Jugendlichen auf. Jugendliche aus den Stadtkreisen Heidelberg und Mannheim, aus dem Alb-Donau-Kreis und dem Landkreis Heilbronn hingegen mussten vergleichsweise selten wegen alkoholbedingten Erkrankungen in einem Krankenhaus in Baden-Württemberg behandelt werden.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 08.11.2013