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Sucht und Familie

13. Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Ein Junge und ein kleineres Mädchen sind zuhause und schauen durch eine Glastür nach draußen
Bild: Kelly Sikkema - unsplash.com

Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. Auf ihre Situation und auf mögliche Hilfsangebote soll die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien (COAs) vom 13. bis 19. Februar aufmerksam machen. Organisiert wird diese von der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V. (NACOA).

In zahlreichen Veranstaltungen, die erneut überwiegend digital stattfinden, wollen viele Einrichtungen, die mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten, auf die besondere Lage der Betroffenen in Deutschland hinweisen – gerade auch in Zeiten der Pandemie.

Die Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien lädt unter anderem zum Auftakt der Aktionswoche für den 11. Februar von 10:00 bis 11:30 Uhr zu einer öffentlichen Diskussion mit gesundheits- und drogenpolitischen Expert(inn)en von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen ein.

„Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien kennen leider in ihrem Alltag die mangelhafte Verlässlichkeit von Verantwortlichen“, erklärte NACOA Deutschland vor Beginn der Aktionswoche. Die Suchterkrankung der Eltern sorge dafür, dass gegebene Versprechen immer wieder gebrochen oder ihre Einlösung in eine unbestimmte Zukunft verschoben werden. „Die Einhaltung von Verlässlichkeit ist ein hohes Gebot und deshalb sind sicher finanzierte Hilfs- und Beratungsangebote für diese hochverletzliche Gruppe so wichtig!“

Versorgungslücke im Interesse der Kinder schließen

Doch noch liege ein regelfinanziertes und flächendeckendes Netz der Hilfe in weiter Ferne. Die rund zweihundert bestehenden Einrichtungen reichten, verglichen mit der hohen Zahl betroffener Kinder und Jugendlicher, lange nicht aus. Auch die Telefon- und Online- Beratungen, die während der Corona-Pandemie wichtiger waren als je zuvor, seien von einer finanziell unsicheren Zukunft betroffen. Nun stehe die neue Bundesregierung, gemeinsam mit Ländern und Kommunen, in der Pflicht, diese bestehende Versorgungslücke zu schließen heißt es seitens NACOA.

Mit mehreren Dutzend Veranstaltungen wollen Einrichtungen der Sucht- und Jugendhilfe sowie Verbände und Initiativen in ganz Deutschland dem Thema die notwendige Aufmerksamkeit verschaffen, Wissen vermitteln und betroffenen Familien und den Kindern Wege zu Hilfe und Genesung weisen. Mit vielen Ideen und großem Engagement haben die Beteiligten Angebote in pandemietauglichen Formaten entwickelt, die in der Regel digital oder unter freiem Himmel stattfinden.

Was wann und wo passiert und wie man an den Veranstaltungen teilnehmen kann, ist auf der Website der Aktionswoche einsehbar, auf der auch weitere Informationen zum Thema abgerufen werden können. Zeitgleich zu den Veranstaltungen in Deutschland findet eine entsprechende Aktionswoche auch in Großbritannien statt und einige Wochen später in der Schweiz.

Politische Perspektiven für die fachliche Arbeit 

Auch NACOA Deutschland selbst beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen an der Aktionswoche. Den Auftakt bildet eine öffentliche Podiumsdiskussion via Zoom mit gesundheits- und drogenpolitischen Expert(inn)en der Regierungskoalition sowie Fachleuten aus der Arbeit mit und für die Betroffenen. Zudem wird ein Video-Statement von Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erwartet.

Anlass der Diskussion ist der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP und der darin zu findende Satz „Wir unterstützen die Kinder von psychisch, sucht- oder chronisch kranken Eltern“. Viele Fachleute aus der Praxis begrüßen diese Aussage, allerdings sind die Details noch unklar. Auch der Stand der Dinge bei der Umsetzung der Empfehlungen der von der Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode eingerichteten AG „Kinder psychisch und suchtkranker Eltern“ soll Thema sein.

Die Teilnahme ist kostenlos und findet über Zoom statt. Der Link zur Teilnahme ist auf der Website von NACOA zu finden.

Weitere Veranstaltungen von NACOA Deutschland:

  • Montag, 14. Februar, 14 Uhr: „Dosenmonster und Flaschengeister“ – aktuelle Kinderbücher zum Thema suchtkranke Eltern. Lesung und Diskussion mit den Autorinnen Mira Galle und Paula Kuitonen. Zugang zur Zoom-Veranstaltung.
  • Dienstag, 15. Februar, 14 Uhr: Suchtprävention auf TikTok? Ein Workshop mit praktischen Beispielen von ähnlich schwierigen Themen mit der Journalistin Samira El Hattab. Zugang zur Zoom-Veranstaltung.
  • Donnerstag, 17. Februar, 14 Uhr: Spielvorstellung „Flieg, Dino!“ Ein Spiel für Vorschulkinder welches Spiel und Spaß mit der Möglichkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht verbindet. Zugang zur Zoom-Veranstaltung.
  • Freitag, 18. Februar, 18 Uhr: „Schreiben und Verarbeiten?“ Lesung und Diskussion mit Autor*innen biographischer Romane über das Aufwachsen in suchtbelasteten Familien. Zugang zur Zoom-Veranstaltung.
  • Samstag, 19. Februar, 18 Uhr: „Mama, aufstehen. Es ist schon 12. Ich habe Hunger.“ Gespräch mit Lars Smekal über seinen Film „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“, der das Leben eines Jungen und seiner alkoholkranken Mutter erzählt. Zugang zur Zoom-Veranstaltung.

Weitere Infos: www.coa-aktionswoche.de

Quelle: NACOA Deutschland vom 02.02.2022

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