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Gesundheit

1. Fachtag „Intersexuelle Menschen in Niedersachsen“

eine Frau redet vor Publikum
Bild: © pojoslaw- Fotolia.com

Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration hat zum Fachtag „Intersexuelle Menschen in Niedersachsen" eingeladen. Ziel des Fachtags ist unter anderem, die Debatte um die medizinische Behandlungspraxis von intergeschlechtlichen Kindern zu diskutieren.

„Unser ganzes kulturelles Denken ist von der Zweiteilung der Geschlechter „Frau - Mann" bestimmt. Intersexuelle Menschen fordern zu Recht einen überfälligen, diese Grenzen überschreitenden Diskurs. Bei dieser Auftaktveranstaltung wollen wir gemeinsam Rahmenbedingungen erarbeiten, um das Recht auf Unversehrtheit von intergeschlechtlichen Menschen zu garantieren", erklärte Sozialministerin Cornelia Rundt in Hannover.

Ziel des Fachtags ist es, die in den letzten Monaten in Bewegung gebrachte Debatte um die medizinische Behandlungspraxis von intergeschlechtlichen Kindern auf eine Sachebene zu heben, miteinander den konstruktiven Dialog zu suchen und gemeinsam Handlungsperspektiven zu erarbeiten. Dazu kommen Vertreter/-innen von Selbsthilfegruppen, Elterngruppen, Mediziner/-innen und Fachpersonal aus Hebammenschulen und Beratungsstellen zusammen. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das sowohl eine qualifizierte Beratung durch Expert/-innen in eigener Sache als auch die entsprechenden Selbsthilfestrukturen mit jährlich 40.000 Euro unterstützt.

„Dies ist auch ein wichtiger Beitrag des Landes zur Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt. Mir ist bewusst, dass wir hierbei Neuland betreten und ein langer gemeinsamer Weg vor uns liegt", sagte Cornelia Rundt.

Von Intersexualität wird gesprochen, wenn ein Mensch nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann. Dabei ist Geschlecht ein mehrdeutiger Begriff und umfasst sowohl körperliche Geschlechtsmerkmale als auch das soziale, kulturelle und psychische Geschlecht eines Menschen.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration vom 14.01.2014

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