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Gender / Sozialpolitik

M-V tritt Initiative zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees bei

Eine junge Frau steht neben ihrem Lehrer in der Werkstatt, der gerade an einem Motrorrad arbeitet.
Bild: © auremar - fotolia.com

Als erstes Bundesland tritt Mecklenburg-Vorpommern der Initiative „Nationale Kooperationen zur Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees“ bei. Die Landesregierung hat in der jüngsten Kabinettssitzung die Unterzeichnung einer entsprechenden Selbstverpflichtung beschlossen. Vorstellungen zur beruflichen Eignung sind eng mit lange gewachsenen und in Familie, Beruf und Gesellschaft geprägten Rollenmustern von Frauen und Männern verknüpft. Dadurch beschränken sich Jugendliche in ihrer Entscheidungsfindung oft auf wenige und für das jeweilige Geschlecht als typisch erachtete Berufe.

„Mit dem Beitritt setzt sich die Landesregierung dafür ein, dass junge Menschen Berufe finden, die zu ihren Stärken und Neigungen passen – frei von Klischees und Geschlechterzuweisungen“, verdeutlicht Sozialministerin Stefanie Drese. „Wir senden damit ein zukunftsweisendes Signal für alle am Berufs- und Studienwahlprozess Beteiligten in unserem Land, nicht zuletzt um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten“, so Drese.

Bildungsministerin Birgit Hesse sagt: „Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind auch in Mecklenburg-Vorpommern immer noch geschlechterspezifisch aufgeteilt. Fast drei Viertel der Schulabgängerinnen und über die Hälfte der Schulabgänger konzentrieren sich auf lediglich 20 duale Ausbildungsberufe aus einem Angebot von mehr als 300. Zudem sind männliche Jugendliche bei der dualen, weibliche Jugendliche bei der vollzeitschulischen Ausbildung überrepräsentiert. Eine Aufteilung auf die Berufe nach Geschlecht können wir nur überwinden, wenn wir das Berufswahlspektrum für alle Geschlechter erweitern.“

Miguel Diaz, Leiter der Servicestelle Klischeefrei, freut sich darüber, das erste Bundesland als neuen Partner der Initiative begrüßen zu können: „Mecklenburg-Vorpommern ist mit seinem Engagement für eine klischeefreie Berufs- und Studienorientierung junger Menschen somit Vorbild für andere. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und hoffen, dass weitere Länder folgen.“

Ein Mosaikstein für eine moderne, geschlechterunabhängige Berufs- und Studienorientierung ist der jährlich am 28. März gemeinsam stattfindende Girls´Day und Boys’Day. Die Abkehr von traditionellen Berufswahlverhalten und das stärkere Fördern von Mädchen im MINT-Bereich sowie Jungen im sozialen, pflegerischen und Dienstleistungsbereich sind Ziele des ESF-geförderten Sozialpartnerschaftsprojektes „BOGEN – Berufsorientierung/Genderreflektiert/Nachhaltig“.

„Die Projektverantwortlichen suchen erfolgreich stets neue Wege und Kooperationen, damit Schülerinnen und Schüler ihre Talente abseits von Rollenzuschreibungen entfalten können. Die Landesregierung ist zudem allen beteiligten Unternehmen und Einrichtungen sehr dankbar, dass sie ihre Türen für einen beruflichen Schnuppertag öffnen“, betonen Drese und Hesse. Mit gemeldeten rund 2.700 Plätzen für Mädchen und 1.000 Plätzen für Jungen nimmt Mecklenburg-Vorpommern am Girls´Day und Boys’Dayim Bundesvergleich prozentual erneut eine Spitzenposition ein.

Quelle: Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern vom 27.03.2019

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