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"Jungen lesen - aber anders"

Sie greifen viel lieber zum Fußball, zur Spielkonsole und zum Schraubenschlüssel statt zum Buch: Wie die Leselust bei Jungen der Klassenstufe drei bis sechs dennoch geweckt werden kann, zeigt das Leseförderprojekt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport sowie der Stiftung Lesen.

Unter dem Motto „Jungen lesen - aber anders“ regen speziell entwickelte Unterrichtsmaterialien und Elterninformationen dazu an, sich über Lektürevorlieben von Schülern zu informieren. Ergänzt werden die Informationen durch zahlreiche Lese- und Medientipps. Darüber hinaus können Lehrkräfte im Rahmen einer Fortbildung ihre Kenntnisse zum Thema „Leseförderung für Jungen“ vertiefen - und einen Elternflyer kostenlos im Klassensatz bestellen. Die Materialien erhalten nach den Osterferien alle allgemeinbildenden Schulen in Sachsen.

„Jungen brauchen - ebenso wie Mädchen - Leseförderungsangebote, die ihre Interessen ernst nehmen“, erklärte Kultusminister Roland Wöller. Eine geschlechterspezifische Leseförderung sei wichtig, um auf die Bedürfnisse und Wünsche männlicher Leser zu reagieren. "So führen wir die Jungen behutsam ans Lesen heran und zeigen, wie viel Spaß es machen kann. Negative Erfahrungen beim Lesen können so vermieden werden", so Wöller. Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, betont: „Der Freistaat Sachsen leistet mit diesem gemeinsamen Projekt Pionierarbeit in einem besonders wichtigen Leseförderungsbereich: Die geringere Lesemotivation von Jungen bedeutet für den Bildungsstandort Deutschland eine große Herausforderung, denn nur wer viel und gerne liest, wird ein kompetenter Leser und kann den Anforderungen in Schule und Beruf gerecht werden.“  

Jungs ziehen meist kürzere Texte vor, sie begeistern sich für Abenteuer in fantastischen Welten, exotischen Ländern oder vergangenen Zeiten. Sie werden vor allem dann vom Lesefieber angesteckt, wenn es darum geht, einen Kampf gegen Hindernisse zu bestehen. Bei realistischen Geschichten oder gar einfühlsamen Lovestorys klappen sie dagegen schnell den Buchdeckel zu. Doch nicht nur bei der Auswahl des Lesestoffes unterscheiden sich Jungen von Mädchen. Sie verarbeiten das Gelesene auch in ganz anderer Weise - dynamisch und aktionsbetont: So werden spannende Fußballgeschichten auf dem Pausenhof nachgespielt oder die in einem Abendteuerbuch beschriebene Schatzsuche setzt sich nach der Schule auf dem Spielplatz fort.

Herausgeber: Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport 

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