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Gender / Familienforschung

Immer öfter hüten Väter ihre kranken Kinder

Am Krankenbett von Kindern wachen immer häufiger die Väter: Die Zahl der Männer, die deshalb dem Job fernblieben, stieg in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 40 Prozent, wie die DAK mitteilte.

Im vergangenen Jahr seien über 125.000 so genannte blaue Scheine eingereicht worden, 13.500 stammten von Männern. Im Jahr 2007 lag die Zahl der Kinderpflege-Krankengeld-Anträge, die von Vätern eingereicht wurden, noch bei 9700.

„Zwar ist der Anteil der Väter mit etwas über zehn Prozent immer noch recht niedrig, dennoch stellen wir seit Jahren einen stetigen Trend fest“, sagt DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz. Insgesamt verzeichnete die DAK seit 2007 einen sprunghaften Anstieg der Kinderpflege-Krankengeldfälle um rund zwölf Prozent. „Dies ist sicherlich auch ein Ergebnis moderner Familienpolitik“, kommentierte der Sprecher die Zahlen.

Der Blick auf die DAK-Statistik bestätigt das traditionelle Ost-West-Gefälle beim Väteranteil in Sachen Kinderkrankenpflege. „Während in Berlin oder Brandenburg der Vater-Anteil bei über zwölf Prozent liegt, übernehmen in Bayern und Baden-Württemberg nur neun Prozent der Männer die Betreuung des Nachwuchses“, erklärt Bodanowitz. 

Die Krankenkasse springt ein, wenn Mutter oder Vater wegen eines kranken Kindes zuhause bleiben muss und der Arbeitgeber für diesen Fall keine Lohnfortzahlung garantiert. „Ob der Arbeitgeber das übernimmt, steht im jeweiligen Tarif- oder Arbeitsvertrag“, erklärt Bodanowitz. Anspruch auf das Krankengeld haben gesetzlich versicherte Eltern von Kindern bis zwölf Jahren. Es wird für ein Kind für maximal zehn Arbeitstage im Kalenderjahr gewährt, bei Alleinerziehenden für 20 Tage.

Quelle: DAK