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Chancengleichheit

Immer mehr MINT-Studienanfängerinnen

Eine Schülerin untersucht mit einer Lehrerin im Chemielabor eine blaue Flüssigkeit im Erlenmeyerkolben.
Bild: © highwaystarz - fotolia.com

Die aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes Destatis zeigen, dass die Zahl der MINT-Studienanfängerinnen im ersten Fachsemester auf 34 Prozent angestiegen ist. Damit bestätigt sich der insgesamt positive Trend der vergangenen Jahre.

Mehr Frauen für MINT begeistern – dafür setzt sich der Nationale Pakt für Frauen im MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ ein. Das Netzwerk mit mehr als 360 Partnerinnen und Partnern motiviert seit 2008 für Karrieren in MINT. Statistiken zur Entwicklung der MINT-Studierendenzahlen sind ein wichtiges Indiz für die Wirkung solcher Initiativen. Deshalb wertet „Komm, mach MINT.“ jährlich die Daten des Statistischen Bundesamtes für die beiden MINT-Fächergruppen Ingenieurwissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften aus und macht diese in einem Datentool für alle Interessierten zugänglich. Das kostenlose Datentool ermöglicht eine komfortable Zusammenstellung individueller Datenreporte zu Studienanfänger(inne)n, Studierenden insgesamt und Absolvent(inn)en in MINT.

Verdopplung der MINT-Studienanfängerinnen in den letzen 10 Jahren

Insbesondere der langfristige Zeitvergleich von 2008 (Start des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen) bis zu den aktuellen Daten im Studienjahr 2019 macht die positive Entwicklung bei der Zahl der MINT-Studienanfängerinnen im ersten Fachsemester deutlich: Nahmen 2008 nur 59.599 Frauen ein MINT-Studium auf, so sind es 2019 bereits 119.134 – eine Steigerung um fast 100 Prozent. Zum Vergleich: Über alle Fächergruppen hinweg lag die prozentuale Steigerung der weiblichen Erstsemester im gleichen Zeitraum bei 69 Prozent.

Besonders erfreulich ist der Anstieg der Zahl der weiblichen Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften. In der gesamten Fächergruppe können 2019 fast dreimal so viele Studienanfängerinnen verzeichnet werden wie 2008 (2019: 62.914; 2008: 21.373). Der prozentuale Frauenanteil unter den Erstsemestern im ersten Fachsemester stieg damit von 21,9 Prozent (2008) auf 26,2 Prozent (2019).

Dr. Ulrike Struwe, Leiterin der Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ verweist vor allem auf die positive Entwicklung in den einschlägigen Studienbereichen dieser Fächergruppe: „Gemeinsam mit unseren Paktpartnerinnen und -partnern machen wir junge Frauen auf ihre Möglichkeiten in MINT aufmerksam. Dadurch konnten wir den Frauenanteil vor allem in den bisher stark männlich konnotierten Studiengängen Elektrotechnik/Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau/Verfahrenstechnik und Bauingenieurwesen steigern.“

Besondere Erfolge in bestimmten Fachbereichen

Besonders im Bereich Elektrotechnik/Informationstechnik konnten beachtliche Erfolge erzielt werden: Lag hier der prozentuale Anteil weiblicher Erstsemester 2008 noch unter 10 Prozent, so sind es 2019 bereits 17,5 Prozent. Weit mehr als doppelt so viele Studienanfängerinnen haben sich damit 2019 (4.523) für diesen Studienbereich entschieden als noch 2008 (1.787). Im Studienbereich Informatik liegt der Frauenanteil, der 2008 noch unter 20 Prozent lag (6.432 Studienanfängerinnen im ersten Fachsemester), mittlerweile bei 25,1 Prozent (19.569 Studienanfängerinnen im ersten Fachsemester). Auch in Maschinenbau/Verfahrenstechnik ist die Steigerung des Frauenanteils von 18,8 Prozent in 2008 auf 23,7 Prozent unübersehbar, und im Bauingenieurwesen stellen junge Frauen seit einigen Jahren rund 30 Prozent der Erstsemester (ersten Fachsemester). 

Auch Absolvierendenzahlen steigen

Durch den Anstieg der MINT-Studierendenzahlen insgesamt in den letzten Jahren hat sich auch die Zahl der MINT-Absolventinnen und -Absolventen deutlich erhöht. Damit wird mittlerweile gut jeder vierte Hochschulabschluss (26 Prozent) in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften erworben, weitere 11 Prozent der Abschlüsse werden in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften abgelegt. 

Der Frauenanteil bei den MINT-Absolventinnen und -Absolventen liegt 2019 bei knapp 32 Prozent. Auch hier zeigt sich die Steigerung besonders deutlich in den Studiengängen Elektrotechnik/Informationstechnik und Informatik. In Elektrotechnik/Informationstechnik stieg der Anteil der Absolventinnen von 8,9 Prozent in 2008 (889 Absolventinnen) auf 13,4 Prozent in 2019 (1.977 Absolventinnen) und in der Informatik von 15,1 Prozent (2.737 Absolventinnen) auf 20,8 Prozent (6.017 Absolventinnen).

Um die dargestellten Erfolge nachhaltig zu sichern und weiter auszubauen, ist es wichtig, die gebündelten Maßnahmen zur Steigerung des Frauenanteils in MINT-Studiengängen und -Berufen fortzuführen und insbesondere im Hinblick auf digitale Teilhabe weiter auszubauen.

Hintergrund

„Komm, mach MINT.“ – der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen – führt die Kompetenz von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnern und Medien zusammen, um das Bild der MINT-Berufe in der Gesellschaft zu verändern. „Komm, mach MINT.“ wurde 2008 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Ziel gestartet, junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge zu begeistern sowie Hochschulabsolventinnen für Berufskarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft zu gewinnen. 

Die Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ ist im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. angesiedelt. Der Verein fördert bundesweit die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie Vielfalt als Erfolgsprinzip in Wirtschaft, Gesellschaft und technologischer Entwicklung.

Das Informationsportal www.komm-mach-mint.de bietet einen Überblick über das breite Spektrum von Angeboten zur Gewinnung weiblicher Nachwuchskräfte mit konkreten Tipps, Handlungsempfehlungen und einer bundesweiten MINT-Karte mit derzeit fast 1.000 Angeboten.

Quelle: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. vom 30.09.2020

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