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Gender / Sozialpolitik

Gender Road Map 2018: Für mehr Gleichberechtigung weltweit

Eine Studentin arbeitet an einer Solaranlage in einer Ausbildungseinrichtung in Nairobi.
Bild: © Thomas Imo/photothek.net

Im letzten Jahr hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) sein Engagement zur Stärkung von Frauen und Mädchen ausgebaut. Die jährlich erscheinende „Gender Road Map“ zeigt, wie sich das BMZ für die Chancengleichheit für Mädchen und Frauen in den Partnerländern einsetzt. Sie verschafft Einblicke in mehr als 160 Projekte in Bereichen wie Bildung, Klimaschutz, Gewaltprävention, Digitalisierung und Flucht.

Kein Land der Welt kann es sich leisten, rund die Hälfte seiner Bevölkerung zu benachteiligen: Deswegen setzt sich auch das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) für mehr Gleichberechtigung weltweit ein. Was das BMZ konkret in den Partnerländern dafür tut, damit Mädchen und Frauen gleiche Chancen bekommen, das zeigt die jährlich erscheinende „Gender Road Map“ anschaulich. Die Gender Road Map 2018 (PDF 1,5 MB) bietet Einblicke in 160 Projekte aus über zehn verschiedenen Themenfeldern, in denen die Gleichberechtigung der Geschlechter zu positiven gesellschaftlichen Effekten führt: von ländlicher Entwicklung und Bildung über Klimaschutz und Energie bis zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Friedenssicherung und Flucht.

Zwei Beispiele aus der Road Map

Frauen fördern Frauen: In Mazar-e-Sharif, Afghanistan, beraten mit Unterstützung des BMZ erfahrene Unternehmerinnen auf dem Wochenmarkt Frauen, die ihr eigenes Unternehmen gründen wollen. Sie leisten sich untereinander Hilfestellung bei der Existenzgründung und zur weiteren Entwicklung ihrer Kleinst- und Kleinunternehmen. Frauen werden so zu Geschäftsfrauen und erhalten Zugang zu Land und Krediten, Märkten und technischem wie betriebswirtschaftlichem Wissen. Sie erhalten die Chance, sich selbständig zu machen und wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen.

Mit Apps gegen häusliche Gewalt: Gleichberechtigung kann nur gelingen, wenn Frauen und Mädchen endlich ein Leben frei von Gewalt führen können. Wie die Digitalisierung hier helfen kann, zeigt ein Projekt in Lesotho. Als Teil des Projekts „Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika“ haben Frauen die App „Selibeng“ entwickelt. Eine App, die Betroffene von häuslicher Gewalt über ihre Rechte und entsprechende Hilfsangebote informiert. Selibeng bedeutet in der Landessprache Sesotho so viel wie „Brunnen“ – ein Ort, an dem Frauen traditionell zusammenkommen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. In diesem Sinne will die App als Austauschplattform dienen, die Betroffenen von häuslicher Gewalt einen sicheren Raum bietet, um sich mit anderen Frauen zu vernetzen und Unterstützung zu erhalten.

Besserer Zugang von Frauen und Mädchen zur digitalen Welt

Im letzten Jahr hat das Entwicklungsministerium sein Engagement zur Stärkung von Frauen ausgebaut. Bei der deutschen G20-Präsidentschaft hat Deutschland gemeinsam mit anderen Gebern die „Women Entrepreneurs Finance Initiative“ zur Förderung von Unternehmerinnen in Entwicklungsländern initiiert. Gleichzeitig wurde die  #eSkills4Girls-Initiative zur Verbesserung des Zugangs von Frauen und Mädchen zur digitalen Welt gestartet. Das Thema Prävention von Gewalt gegen Frauen ist besonders wichtig. Daher hat das Entwicklungsministerium kurz vor Jahresende 2017 den neuen 5-Punkte-Plan „Keine Gewalt gegen Frauen“ (PDF 174 KB) verabschiedet. Wie wichtig Frauen für langanhaltende Friedensverträge sind, hatte Deutschland auch bei seiner erfolgreichen Kandidatur für den nicht-ständigen deutschen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (2019–2020) in den Vordergrund gestellt.

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 05.07.2018