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Gender / Sozialpolitik

Brandenburgische Frauenwoche mit über 200 Veranstaltungen gestartet

Frau lächelt
Bild: © contrastwerkstatt - fotolia.com

Am 1. März 2018 startete die 28. Brandenburgische Frauenwoche. Im Zeitraum vor und nach dem Weltfrauentag finden mehr als 200 Fachtagungen, Diskussionsrunden, Fortbildungen, Kunstausstellungen und viele andere Veranstaltungsformate statt. Dabei geht es u.a. um falsche Schuldzuweisungen, strukturelle Ungleichbehandlung und die tatsächlichen Ursachen fehlender Gleichberechtigung.

Frauenstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt ruft alle interessierten Brandenburgerinnen und Brandenburger auf, sich an der Brandenburgischen Frauenwoche, die am 1. März beginnt, aktiv zu beteiligen: „2018 ist ein ganz besonderes Jahr. Vor 100 Jahren, im November 1918, haben Frauen das Wahlrecht erstritten und schon einige Wochen später konnten sie in Deutschland wählen und gewählt werden. Das war damals ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Heute gehen ganz selbstverständlich ebenso viele Frauen wählen wie Männer. Und dennoch wird Politik auch heute noch in erster Linie von Männern gemacht. Es bleibt also viel zu tun“.

Provokantes Motto

Bis zum 14. März finden landesweit über 200 Veranstaltungen statt. Provokantes Motto der Brandenburgischen Frauenwoche in diesem Jahr: „Selber Schuld“. Diskutiert werden soll u.a. über falsche Schuldzuweisungen, strukturelle Ungleichbehandlung und die tatsächlichen Ursachen fehlender Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Bundesweit einmalige Aktion

Die Brandenburgische Frauenwoche rund um den Internationalen Frauentag am 8. März ist in dieser Form bundesweit einmalig. Sie findet bereits zum 28. Mal statt. Koordiniert wird sie vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V.. Die Landesgleichstellungsbeauftragte und das Frauenministerium unterstützen die lokalen Veranstaltungen auch in diesem Jahr mit 50.000 Euro.

Die Kernzeit der 28. Frauenwoche umfasst die Tage vom 1. bis zum 14. März. Die ersten Veranstaltungen beginnen aber bereits am 23. Februar und enden rund vier Wochen später. In dieser Zeit werden Fachtagungen, Frauenfrühstücke, Diskussions- und Gesprächsrunden, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen sowie Kunstausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen und interkulturelle Veranstaltungen angeboten. Einen  Veranstaltungskalender mit allen Terminen gibt es auf der Webseite des Frauenpolitischen Rates.

Feste Institution in Sachen Frauenrechte

Verena Letsch vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V. erklärt: „Die Brandenburgische Frauenwoche hat sich als feste Institution in Sachen Frauenrechte und Feminismus im Land Brandenburg etabliert. Noch nie war das landesweite Programm so umfangreich und vielseitig wie in diesem Jahr; das Motto „Selber Schuld“ hat viele dazu angeregt, Veranstaltungen zu Themen wie #MeToo, den Entwicklungen der letzten 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts oder den FrauenOrten in Brandenburg zu organisieren. Damit machen wir auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam und suchen gemeinsam nach Wegen für Veränderungen. Alle Brandenburgerinnen und Brandenburger sind herzlich eingeladen mitzumachen.“

„Es gibt noch sehr viel zu tun.“

Monika von der Lippe, Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Frauen und Männern: „Lohnungleichheit, Gewalt gegen Frauen und Kinder, Altersarmut, mehr Frauen in Führungspositionen sowie Parität in der Politik – das sind ernste und wichtige Themen, von denen alle Frauen betroffen sind. Wir haben in der Gleichstellungspolitik in den vergangenen Jahrzehnten zwar schon viel für Frauenrechte erreichen können. Aber diese Entwicklung dauert viel zu lange. 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland beträgt in Brandenburg der Frauenanteil in den Gemeindevertretungen im Landesdurchschnitt nur 23 Prozent. Und in den 18 Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es nur eine Landrätin. Das zeigt, es gibt noch sehr viel zu tun.“

Landesweite Auftaktveranstaltung in Potsdam

Jenny Pöller vom Frauenzentrum Potsdam: „Die Auftaktveranstaltung findet dort statt, wo regelmäßig die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt tagt. Ein guter Ort für die landesweite Auftaktveranstaltung, denn genau an solchen Orten braucht es künftig deutlich mehr weibliche Stimmen. Die Besucher/-innen erwartet ein interessantes Programm mit verschiedenen Protagonistinnen, die das diesjährige Motto „Selber Schuld“ aus ihren jeweiligen Blickwinkeln kontrovers diskutieren und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln.“

Die landesweite Auftaktveranstaltung der 28. Brandenburgischen Frauenwoche findet am 1. März im Rathaus Potsdam statt. Sie wird von Frauenministerin Diana Golze und dem Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs eröffnet.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg vom 22.02.2018