Ganztagsbildung / Kinder- und Jugendpolitik

„Zweiplus für die Ganztagsschule“ – Landesjugendring zum Qualitätsrahmen in BW

Eine Gruppe von Grundschüler/-innen steht an einer Hauswand, das Mädchen im Vordergrund lächelt
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Anfang Juli wurde der „Qualitätsrahmen Ganztagsschule“ in Baden-Württemberg vorgestellt. Der Landesjugendring ist aber noch nicht hundertprozentig zufrieden mit den vorliegenden Rahmenbedingungen – besonders im Bereich der Gestaltung von Freiräumen tue sich das Papier schwer.

Der „Qualitätsrahmen Ganztagsschule“ in Baden-Württemberg ist ein zentrales Ergebnis der Ganztagsgipfel und formuliert die Rahmenbedingungen für eine leistungsstarke Ganztagsschule.

Lobend merkt der Landesjugendring an, dass viele Anregungen des Bündnisses außerschulischer Partner aufgenommen wurden, so die Rahmenbedingungen für die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern. Ein paar Kritikpunkte gebe es aber noch: „Aus dem Qualitätsrahmen geht nicht hervor, wie eine altersgerechte Beteiligung und Mitbestimmungen aussehen kann. Partizipation wird zwar behandelt, aber sehr formal – da fehlt uns zum Beispiel eine Offenheit für neue Formate, die im Ganztagsbetrieb entstehen können“, erklärt Claudia Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Landesjugendrings.

„Besonders aber vermissen wir Freiräume für Schülerinnen und Schüler, über ihre Zeit selbst zu bestimmen. Besonders im Rahmen der Ganztagsschule sollte es für junge Menschen möglich sein, zu lernen ihren Alltag selbst zu gestalten“, so Ernst. Gerade selbstbestimmt gestaltete Zeit helfe bei der Persönlichkeitsentwicklung und entzerre den Schulalltag.

Gut gelöst sei, dass Schule einen Lern- und Lebensraum für die Schülerinnen und Schüler schafft, der altersgerecht auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. „Dies begrüßen wir ausdrücklich. Und hierfür braucht es aus unserer Sicht lediglich die Erweiterung des Lern- und Lebensraums Schule in den außerschulischen Bereich. Leider sehen wir dieses Ziel derzeit nicht in der Ganztagsschulverordnung fixiert – das sollte noch in der Verordnung angepasst werden“, fordert Ernst.

„Wir setzen weiterhin auf einen fruchtbaren Dialog mit dem Kultusministerium und bringen gerne unsere Expertise in Sachen außerschulischer Jugendarbeit in den weiteren Prozess ein“, betont Ernst.

Quelle:Landesjugendring Baden-Württemberg e.V. vom 08.07.2019

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