Ganztagsbildung / Jugendsozialarbeit

Wie viele Schüler sind von Mobbing und Gewalt betroffen?

Zwei Mädchen zeigen mit dem Finger auf einen Jungen
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Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Faktion Bündnis 90/Die Grünen teilt die Bundesregierung mit, dass sie über keine Erkenntnisse verfügt, wie viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren von Mobbing und Gewalt betroffen waren. Die Frage betreffe die Zuständigkeit der Länder für das Schulwesen.

Die Bundesregierung verfügt über keine eigenen Erkenntnisse, wie viele Schüler in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren von Mobbing und Gewalt betroffen waren. Dies teilt sie in ihrer Antwort (19/3468, PDF 118 KB) auf eine Kleine Anfrage der Faktion Bündnis 90/Die Grünen (19/3229, PDF, 134 KB) mit.

Auf die Frage, welche Maßnahmen gegen Mobbing an Schulen die Länder nach Kenntnis der Bundesregierung ergreifen,  heißt es in der Antwort weiter:

Nach Kenntnis der Bundesregierung gibt es zum Thema „Mobbing an Schulen“ eine Vielzahl von präventiven Projekten und Programmen. So existieren sowohl unspezifische Angebote (z.B. Schulsozialarbeit, Konfliktlotsenprogramme) als auch spezifische Vorhaben, die auf  ein  Thema oder eine bestimmte Zielgruppezugeschnitten sind, z.B. „fit for life“, Sozial- und Coolnessraining,  Peer-Mediation. Viele Schulen haben schulweite Konzepte (z. B. Streitschlichtung), es gibt auch Konzepte über die Schule hinaus (z. B. Netzwerke gegen Gewalt), Angebote für einzelne Klassen sind häufig. Manche Projekte beziehen die Lehrkräfte mit ein, manche die Eltern (starke Eltern-starke Kinder). Sehr viele Schulen und Jugendeinrichtungen setzen sich bereits mit Gewalt und Mobbing im Schulalltag auseinander und bieten Schülerinnen und Schülern eine Vielfalt von Mediations- und Konfliktlösungsansätzen. Unterstützung und Hilfestellung finden sie bei Jugend- und Schulämtern, Kinder- und Jugendschutzeinrichtungen und vielen freien Trägern. Im Bereich des religiös motivierten Mobbings gibt es inzwischen in fast allen Ländern Anlaufstellen und Präventionsnetzwerke, die Schulen Unterstützung anbieten. Zudem gibt es in einigen Bundesländern insbesondere für Schülerinnen und Schüler Peer-Education-Konzepte, die den sicheren Umgang mit Internet und Social Media zum Thema haben. Eine bundesweit geführte Statistik gibt es nicht.

Aktuelle Studien wie die Forsa-Erhebung aus dem Jahr 2016 unter 1.200 Schulleitungen an allgemeinbildenden Schulen hätten gezeigt, dass es an jeder zweiten Schule direkte psychische Gewalt gegen Lehrer und an jeder vierten Schule körperliche Gewalt gegen Lehrer sowie Cybermobbing gebe.

Quelle: Deutscher Bundestag, hib - heute im bundestag Nr. 588 vom 13.08.2018

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