Ganztagsbildung / Qualifizierung

Wie mit Lernstörungen umgehen? – Frankfurter Forum informiert über Diagnostik- und Fördermethoden

Eine Lehrerin sitzt mit zwei Kindern an einem Tisch und sie schreiben etwas
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Stress, Überforderung, ein schlechtes Selbstwertgefühl und geringere Bildungschancen: Lernstörungen können viele negative Folgen für Kinder mit sich bringen und stellen auch Grundschulen vor Herausforderungen. Ziel des Frankfurter Forums 2020 am 11. März war der Wissenstransfer aus der Forschung in die pädagogische Praxis, um den Umgang mit Lernstörungen zu verbessern.

Nach aktuellen Studien liegt bei mehr als zehn Prozent der Kinder in Deutschland eine Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten (kurz: Lernstörung) vor – etwa im Bereich des Lesens oder des Rechnens. Für Grundschulen stellt es eine enorme Herausforderung dar, diese Kinder angemessen zu unterstützen. Das Frankfurter Forum hat daher am 11. März Lehrkräfte und andere Interessierte über wissenschaftlich erarbeitete Diagnostik- und Fördermethoden informiert. Die Veranstaltung auf dem Campus Westend in Frankfurt am Main diente dem Transfer von Wissen aus der Forschung in die pädagogische Praxis.

Lernstörungen können viele negative Folgen für die Kinder mit sich bringen. Daher betonte Professor Dr. Marcus Hasselhorn vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und einer der Ausrichter der Veranstaltung: „Lernstörungen sollten möglichst früh erkannt und betroffene Kinder dann gezielt gefördert werden.“ Das Frankfurter Forum soll dazu beitragen, den Umgang mit Lernstörungen zu verbessern.

Fortbildungsveranstaltung mit Vorträgen und Workshops

Die von der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditierte Fortbildungsveranstaltung setzte sich aus mehreren Angeboten zusammen. Fachvorträge von Professor Dr. Gerd Schulte-Körne und Stefan Haberstroh von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München geben einen Einblick in den aktuellen Wissensstand zu Diagnostik und Förderung von Lernstörungen. In einem weiteren Vortrag stellte Professor Hasselhorn die derzeit gemeinsam von DIPF und LMU entwickelte Online-Plattform LONDI vor. Sie soll helfen, den Umgang mit von besonderen Lernschwierigkeiten betroffenen Kindern zu professionalisieren, indem sie fundierte Informationen und Materialien zu dem Thema bereitstellt.

Zwei parallel abgehaltene, anwendungsbezogene Workshops führten in konkrete Förderprogramme ein: Dr. Bettina Müller vom Kompetenzzentrum Schulpsychologie Hessen erklärt die Leseförderung mit „Willy Wortbär“ und Dr. Christin Schwenk von der TU Dortmund sowie Markus Schütze von der Meister Cody GmbH in Düsseldorf bringen den Teilnehmenden die Matheförderung mit „Meister Cody“ näher. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit Lernstörungen im Schulalltag, an der mit Maria Wilhelm für die Kultusministerkonferenz und mit Ulrike Haarmann-Handouche für das Hessische Kultusministerium auch Vertreterinnen der Bildungsadministration teilnahmen.

Hintergrund

Das einmal im Jahr ausgerichtete Frankfurter Forum wird von einem Herausgebergremium wissenschaftlicher Test- und Förderverfahren, die im Hogrefe Verlag erscheinen, sowie dem DIPF und der Goethe-Lehrerakademie (GLA) der Universität Frankfurt organisiert. Ziel des Forums ist es, Praktikerinnen und Praktiker aus Schulen und Kitas mit aktuellen Möglichkeiten vertraut zu machen, die die empirische Forschung aufzeigt. Dazu zählen unter anderem aktuelle Erkenntnisse der Grundlagenforschung und standardisierte pädagogisch-psychologische Tests und Förderverfahren.

Weitere Informationen zum Frankfurter Forum 2020 finden sich auf der Webseite des Hogrefe Verlag.

Quelle: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation vom 11.03.2020