Ganztagsbildung / Kindertagesbetreuung

Schule und Sportvereine sind in Hamburg wichtige Partner bei Ganztagsangeboten

Zwei Mädchen im ScHwimmbecken
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Vertreter der Sportvereine und –verbände haben mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe die Verbesserung der Zusammenarbeit von Schulen und dem organisierten Sport diskutiert.

Im Rahmen des HSB-Hauptausschusses erläuterte Rabe auf Einladung des HSB-Präsidiums die Sicht der Schulbehörde zu den Themen Ganztagsbetreuung, Nutzung von Schulsporthallen, flächendeckende Umsetzung der dritten Schulsportstunde und schulischer Schwimmunterricht.

Hochwertige Sportangebote in der Ganztagsbetreuung

Schulsenator Ties Rabe: „Schule und Sportvereine sind Partner bei der Gestaltung der Nachmittagsangebote an den Schulen. Viele positive Beispiele zeigen, dass durch Kooperation hochwertige Sportangebote der Vereine in den Ganztag einbezogen werden können. Diese Kooperationen werten Ganztagsangebote auf und schaffen eine dreifache win-win-win Situation, von der Schule, Sportvereine und Kinder gleichermaßen profitieren.“

„Im Dialog mit der Schulbehörde können wir die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen verbessern. Diesen Dialog haben wir mit der heutigen Veranstaltung erneut intensiviert. Die konkrete Umsetzung vor Ort können nur die Schulen und die Vereine in die Hand nehmen. Wir wünschen uns, dass dort ebenso intensiv miteinander gesprochen wird“, sagte HSB-Präsident Günter Ploß nach der Veranstaltung.

Rabe berichtete von einer großen Zahl von Schulen, die die Umsetzung der Ganztagsbetreuung beantragt haben. Ziel des Senats sei es, dem Wunsch vieler Familien nach hochwertiger Betreuung in der Schule zu entsprechen. Durch die Reform wird die Zahl der Betreuungsplätze von bislang 20.000 auf 30.000 erhöht. Sportvereine hätten große Erfahrung im Umgang mit Kindern und seien damit mögliche Kooperationspartner oder Träger in der Nachmittagsbetreuung. Der Senat wolle aber ausdrücklich keine „Amerikanisierung“ des Sports in der Schule. Das Ziel sei die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, keine Schulsportvereine.

An 17 Schulen gibt es bereits Betreuung durch Sportvereine

Die 44 Vertreter von Vereinen und Verbänden sowie das HSB-Präsidium betonten gegenüber dem Senator nochmals, mit den Schulen in der jeweiligen Umgebung der Vereine eng zusammenarbeiten zu wollen. Im Bereich der Ganztagsbetreuung können Vereine interessante Angebote an die Schulen machen. So übernehmen beispielsweise acht Sportvereine bereits an 17 Schulstandorten die Betreuung am Nachmittag in der Ganztagsschule.

HSB-Präsident Günter Ploß forderte in diesem Zusammenhang, dass zusätzliche Sportangebote am Nachmittag durch die Ganztagsbetreuung nicht auf die dritte Schulsportstunde angerechnet werden dürfen. Diese müsse endlich flächendeckend umgesetzt werden. Senator Rabe stimmte Ploß in diesem Punkt zu. Es fehle einigen Schulen aber noch an der notwendigen Fläche in Schulsporthallen. Rabe kündigte an, dass der Senat mit einem Investitionsprogramm im Schulbau gegensteuern werde. Bis 2019 werden insgesamt zwei Milliarden Euro investiert. Wie viel davon auf Schulturnhallen entfällt wird die Schulbehörde in den kommenden Wochen bekannt geben.

Die Nutzung der Schulsporthallen muss gründlich geplant sein

Die Nutzung von Schulsporthallen durch Schulen und Sportvereine ist derzeit so geregelt, dass Schulen bis 17 Uhr Vorrang haben. Über die Nutzung in diesem Zeitraum soll aber unter Abwägung der berechtigten Interessen aller Beteiligten im Einzelfall entschieden werden. Rabe forderte, dass Schulen ihre Nutzungszeiten gründlich planen sollen, damit am Nachmittag die Hallen optimal genutzt werden können. Er betonte aber, dass der Bedarf der Schulen nicht weniger werden wird. Sowohl der Senator als auch die Vertreter der Vereine und Verbände lobten im Gespräch über das Thema Hallennutzung die gemeinsame Information, die BSB, BIS und HSB zu den Richtlinien der Hallennutzung an alle Hamburger Schulen und Sportvereine im Januar 2011 versandt hatten.

Zur Schwimmfähigkeit von Kindern berichtete Rabe, dass die Schule oft nacharbeiten müsse, wenn die Kinder im Elternhaus nicht schwimmen lernen oder die Kinder nicht einmal an das Wasser gewöhnt seien. Der Senat hat das Ziel, die Schwimmfähigkeit von Kindern zu verbessern, in der Dekadenstrategie Sport festgeschrieben. Der HSB hat in diesem Zusammenhang mit der Sanierung von acht Lehrschwimmbecken bereits einen wichtigen Beitrag geleistet, da so wichtige geeignete Wasserfläche erhalten werden konnte.

Quelle: Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg vom 23.08.2012