Ganztagsbildung

Qualitätssprung für Ganztagsschulen in Niedersachsen

Auf einer Tafel steht Schule geschrieben
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Am heutigen Donnerstag (24.10.2013) findet die dritte Landesfachtagung für Ganztagsschulen in Niedersachsen statt. Unter der Überschrift „Bausteine guter Ganztagsschulen" werden verschiedene Aspekte der Ganztagsschule diskutiert.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt eröffnete die Veranstaltung und umriss die Pläne der Landesregierung zum quantitativen und qualitativen Ausbau der niedersächsischen Ganztagsschulen. „Die Schule der Zukunft ist eine gute Ganztagsschule. Ziel des Ausbaus der Ganztagsschulen muss es sein, allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von Wohnort, der Schulform, der sozialen Herkunft oder besonderen Unterstützungsbedarfen einen Ganztagsschulplatz anbieten zu können. Deshalb wird die Landesregierung im Rahmen der `Zukunftsoffensive Bildung´ rund 260 Millionen Euro in den quantitativen und qualitativen Ausbau der Ganztagsschulen investieren", erklärte Heiligenstadt.

Eine gute Ganztagsschule schaffe Raum und Zeit, damit qualifiziertes Fachpersonal Kinder und Jugendliche dabei unterstützen könne, ihre Stärken und Begabungen, ihre Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft optimal zu entwickeln und zu entfalten. Gute Ganztagsschulen leisteten einen großen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und seien unverzichtbar für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so die Ministerin.

Heiligenstadt: „Um diese Ziele zu erreichen, werden wir bestehende und neu genehmigte Ganztagsschulen deutlich besser ausstatten. Für die 1.200 Ganztagsschulen mit Minimalausstattung wird damit ein Qualitätssprung von reinen Betreuungsangeboten am Nachmittag hin zu qualifizierten Förder- und Freizeitangeboten ermöglicht. Zielmarke ist die Ausstattung dieser Schulen mit bis zu 75 Prozent des vollen Ganztagszuschlages."

Gut 50 Prozent der öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen hält im laufenden Schuljahr ganztägige Angebote vor, das sind rund 1.600 Schulen. Seit 2004 wurden in Niedersachsen 1.200 Ganztagsschulen genehmigt, die einen Antrag mit Verzicht auf zusätzliche Personalressourcen stellen mussten. Die Kultusministerin will die Ausstattung dieser Schulen ebenso wie die neu genehmigter Ganztagsschulen bis 2017 auf bis zu 75 Prozent des vollen Ganztagszuschlages erhöhen, wie sie in Barsinghausen verdeutlichte. „Die Landesregierung beabsichtigt im kommenden Schuljahr 2014/15 mit einem Faktor von voraussichtlich 60 % des vollen Ganztagszuschlages zu starten. Dann werden wir die Ressourcen stufenweise und bedarfsgerecht erhöhen."

Dafür wird das Kultusministerium den Berechnungsmodus zur Gewährung des beschränkten Zusatzbedarfs auf eine neue planerische Grundlage zu stellen: Analog zur „Vollausstattung" wird die Zuweisung von Stunden für den Ganztagsbetrieb künftig auf der Basis der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erfolgen. Der seit 2005 angewendete Berechnungsmaßstab richtet sich nach der Anzahl der Klassen zu einem bestimmten Stichtag und hat sich als zu starr erwiesen. Der entsprechende Ganztagsschulerlass soll zum Schuljahr 2014/2015 überarbeitet werden und am 1. August 2014 in Kraft treten.

Dieses Vorgehen ermöglicht es den Schulen auch, in Zukunft mehr Fachpersonal einzustellen. Mehr Lehrkräfte im Ganztag würden zu deutlichen Qualitätsverbesserungen im Angebot führen. Heiligenstadt: „Der verstärkte Einsatz von Lehrkräften im Ganztagsbereich ermöglicht nicht nur eine sinnvolle Verzahnung von Unterricht mit zusätzlichen Förder- und Freizeitangeboten, sondern gewährleistet darüber hinaus, dass Kinder und Jugendliche individuell bestmöglich gefördert werden. Das beinhaltet auch eine intensivierte und fachlich qualifizierte Betreuung in den Lern- und Übungsphasen und der Hausaufgabenbetreuung." Außerdem könnten zukünftig Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Damit werde das leidige Thema der Honorarverträge an Ganztagsschulen befriedet.

Die heutige Landesfachtagung für Ganztagsschulen ist die dritte Veranstaltung des Niedersächsischen Kultusministeriums zu diesem Thema. Sie richtet sich an Personen, die in Ganztagsschulen arbeiten oder an einer Weiterentwicklung der zugrunde liegenden Konzepte arbeiten sowie an Interessierte aus Eltern- und Schülerschaft und den Kommunen. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschen sich in elf Workshops über die verschiedenen Aspekte des Ganztagsschulbetriebs aus.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium vom 24.10.2013

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